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08.

Mä

2008

Als Günther Warnke nervt er Fahrgäste PDF Drucken E-Mail
  

Hape Kerkeling hat einen neuen Job.

Statt auf einer großen Bühne zu sitzen oder als Journalist Horst Schlämmer unterwegs zu sein, sitzt er jetzt im Taxi und kutschiert seine Fahrgäste durch die Stadt. 18 Stunden ist er unterwegs. Ein Knochenjob. Vor allem für die Fahrgäste, denn die wissen nicht, dass sie bei Hape Kerkeling im Taxi sitzen. Für sie ist der schrullige Fahrer Günther Warnke.

Nach Efje van Dampen, Sigi Schwäbli und Horst Schlämmer schlüpft Hape Kerkeling wieder in eine neue Rolle: Günther Warnke, Taxifahrer. Falsches Gebiss, unechter Schnäuzer, aufgeklebte Warze, Brille, Perücke und Lederkappe. Ein echter Düsseldorfer, der seine völlig ahnungslosen Fahrgäste in sieben Folgen durch die Stadt kutschiert und ihnen dabei einiges zumutet. Ein bisschen erinnert er an sein Alter Ego Horst Schlämmer und das ist auch kein Zufall. „Beide Figuren wurden etwa zeitgleich entwickelt, aber wir haben mit Günther Warnke gewartet, weil wir mit ihm eine eigene Sendung machen wollten“, sagt Hape Kerkeling.

Dass Düsseldorf den Zuschlag für diese Sendung bekommen hat, freut den 44-Jährigen besonders. Denn in Düsseldorf hat er 24 Jahre gelebt und hat - obwohl er vor kurzem nach Berlin gezogen ist - immer noch eine Wohnung hier. „Ich bin immer wieder gerne in Düsseldorf und das schöne ist, dass sich bei Hallo Taxi alles um Düsseldorf dreht“, sagt Kerkeling. Das kriegen auch die Fahrgäste in der ersten Folge mit. Denn denen erzählt Warnke auch ungefragt alles über die Vorzüge der Stadt. Modestadt, Messestand, Nippon am Rhein - Warnke quasselt einfach drauflos.

Vor einem Jahre wurden die Folgen heimlich und schnell am Stück gedreht, damit Hape als Taxifahrer nicht auffliegt. Einen Taxiführerschein musste Kerkeling nicht machen, hatte aber einen ähnlichen Alltag wie die anderen Taxifahrer. „Zum Teil hatte ich einen Leerlauf von mehreren Stunden, bis der nächste Fahrgast kam, aber inzwischen weiß ich, dass ich mich als Taxifahrer am besten vor das Hotel Nikkon oder in Eller stellen würde, da steigt immer einer ein.“ Im wahren Leben hat Hape Kerkeling mit 18 Jahren den Führerschein gemacht und vergeigte dabei erstmal die erste Theorie. „Danach ging aber alles glatt“, sagt er.

Privat ist Hape Kerkeling ein ruhiger Fahrer, aber als Günther Warnke flucht und beleidigt er gerne auch mal andere Verkehrsteilnehmer. „Anfangs lachen die Fahrgäste noch, aber das ändert sich schnell“, erzählt Kerkeling und schmunzelt. Günther Warnke ist gnadenlos. Seit 25 Jahren ist er "auf dem Bock", nicht selten länger als 18 Stunden täglich im Dienst. Die ahnungslosen Gäste müssen so manche Tourtur ertragen, denn Warnke fährt gerne mal kurz durch die Waschstraße, während das Taxameter läuft oder nimmt, obwohl er eine Tour hat, seinen alten Kumpel Dieter samt 90-Kilo-Bernhadiner mit. Fahrgäste hin oder her.

Damit er auch die gewünschten Routen fahren konnte, begleiteten immer zwei Taxis der Düsseldorfer Taxigesellschaft den Wagen von Hape Kerkeling. Wolfgang Schirm fuhr vorneweg, damit Hape Kerkeling auch das Ziel finden konnte. Hinter dem Schauspieler fuhr Dieter Huppertz, „zur Sicherheit, falls einmal ein Fahrgast den ganzen Quatsch nicht mitmachen wollte und aussteigen wollte.“

Den sechs versteckten Kameras und Mikrofonen im Taxi entging dabei nichts. Zum Teil verdrehen die Gäste genervt über das Dauergeplapper die Augen, manche kichern leise in sich hinein. Eine Fahrt mit drei jungen und Frauen und einem Mann endet in lautem Lachen, als Günter Warnke seine Gäste auffordert, die Einkäufe und das Abendessen mit seiner Frau am Handy zu besprechen, weil er ja fahren muss. Auch die beiden Taxifahrer, die Kerkeling begleiteten, und die Funkzentrale hatten dabei ihren Spaß, denn die standen über Funk immer mit ihm in Kontakt. „Wir haben zum Teil Tränen gelacht, als wir gehört haben, wie Hape mit den Fahrgästen gesungen hat oder wir mitbekommen haben, wie er die Nerven der Gäste immer mehr gereizt hat“, erzählt Dieter Huppertz.

Ob Hape Kerkeling als Fahrgast wohl auch die Geduld mancher seiner Gäste gehabt hätte? „Wenn einer mit mir in die Waschstraße gefahren wäre, hätte ich das auch mitgemacht“, sagt Kerkeling. „So einen bekloppten Fahrer kriegt man ja sonst nie mehr.“ Persönlich war für ihn die Fahrt mit einem Japaner am lustigsten. „Der konnte nur ein Wort sagen, Altstadt“, erzählt Kerkeling. „Den habe ich dann erst mal zu einem Drive-In gefahren und ihn auf einen Burger eingeladen.“ Erkannt haben ihn während der Fahrt einige, aber nicht alle. Fast alle Situationen durften dann auch ausgestrahlt werden, bis auf eine, bei der ein Ehemann ins Rotlichtmilieu gefahren werden wollte.

RTL zeigt "Hallo Taxi" ab 5. April immer samstags um 22.15 Uhr.

 

 

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Marie von Ebner-Eschenbach: „Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.“
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