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27.

Feb

2008

Pin Group bereitet Mitarbeiter auf Entlassungen vor PDF Drucken E-Mail
  

Eine Rettung der Pin Group durch einen finanzstarken Investor rückt immer weiter in die Ferne.

In einer dem Handelsblatt vorliegenden Mitteilung an die Pin-Mitarbeiter bereiten die Insolvenzverwalter Bruno Kübler und Pin-Verwaltungsrat Horst Piepenburg die Pin-Belegschaft bereits auf Schließungen und Arbeitsplatzabbau vor.

Denn bei den seit Jahresanfang laufenden Verhandlungen mit Investoren für die gesamte Gruppe konnten "noch keine wesentlichen Fortschritte" erreicht werden, heißt es in der Mitteilung. Nach Handelsblatt-Informationen sind die meisten der ursprünglich 30 Kaufinteressenten für die Gruppe mit 90 Gesellschaften und 9 000 Mitarbeitern abgesprungen. Die Gruppe steht damit als bundesweiter Konkurrent der Deutschen Post vor

dem Aus.Denn auch bei den verbliebenen Investoren handele es sich um Interessenten, "die strategisch planen, also nicht unbedingt an einer kurzfristigen Lösung interessiert sind", so die Mitteilung.

Gleichzeitig haben Kübler und Piepenburg daher bereits Verhandlungen mit Investoren aufgenommen, die "eher an regionalen Lösungen interessiert sind." Damit droht dem Briefdienst als bundesweite Zustellgruppe die Zerschlagung und der Verkauf in Einzelteilen. Dies führt laut der Pin-Mitteilung aber dazu, "dass einige Pin-Gesellschaften ihren Dienst einstellen und Arbeitsplätze auch in den verbleibenden Pin-Gesellschaften verloren gehen können."

Auch hier sind aber offenbar bereits Entscheidungen gefallen. Mit der West Mail Zustelldienste II aus Mainz (postino) steht die erste Schließung unmittelbar bevor, wie aus einem Fax an die Kunden hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt. Betroffen sind 100 Mitarbeiter. Die Firma ist eine Tochter der West Mail Holding in Langenfeld und war früher eine Tochter der Mainzer Lokalzeitung "Allgemeine Zeitung", hinter der die Verlagsgruppe Rhein-Main steht.

Zwar geben die Pin-Chefs die Hoffnung auf Rettung durch einen Investor noch nicht auf. Doch die Zeit drängt. Denn Ende Februar läuft für 11 der 37 insolventen Pin-Töchter mit 7 500 Mitarbeitern der Anspruch auf Insolvenzgeld aus, im März bei den weiteren 26. Damit konnte Pin-Chef Piepenburg bislang die Lohnzahlungen aufrechterhalten. Ohne einen finanzstarken Investor wird dies nicht mehr möglich sein.

Kübler und Piepenburg begründen die Erfolglosigkeit der bisherigen Verhandlungen mit Zweifeln, ob man in Deutschland wirklich eine Liberalisierung von ehemaligen monopolistisch geprägten Märkten wie dem Postmarkt wolle. "Die zwangsweise Durchsetzung des Post-Mindestlohns und das Festhalten an der Umsatzsteuerbefreiung für die Deutsche Post AG haben bei den Investoren - insbesondere aus dem

Ausland - Zweifel aufkommen lassen, ob es nicht einflussreiche Kreise in der Bundesrepublik gibt, die an bestehenden Monopolen festhalten wollen."

Eine Sanierung der Pin Group aus eigener Kraft ist nicht möglich. Denn Hauptaktionär Axel Springer hatte der Pin Ende 2007 den Geldhahn

zugedreht. Springer hatte dies mit dem gesetzlichen Mindestlohn

begründet, der eine profitable Entwicklung des auf Niedriglöhne setzenden Unternehmens unmöglich mache. Den Mindestlohn hatte der über den Verdacht der Steuerhinterziehung gestürzte Post-Chef Klaus Zumwinkel politisch durchgesetzt. Seit Januar ist das Briefmonopol der Post weggefallen, die deutlich höhere Löhne zahlt als ihre neuen Konkurrenten.

Den Verkaufsprozess der Pin Group entscheidend verzögert hat außerdem die Insolvenz der luxemburgischen Pin Holding. Denn Piepenburg hatte hier bereits mit allen wesentlichen Gläubigern Stundungsvereinbarungen erreicht. Ein Gläubiger war aber nicht bereit, die Vereinbarung abzuschließen. Dabei soll es sich um den Gründer der Berliner Pin AG, Bernhard Klapproth, handeln. Daher musste für die Holding am 25. Januar Insolvenz angemeldet werden. Inzwischen wurde der Kölner Rechtsanwalt Bruno Kübler zu deren Insolvenzverwalter bestellt. Er wurde dem Pin-Vorstand sozusagen vor die Nase gesetzt.

Mit der Suisse Post hat sich laut "Deutscher Verkehrs-Zeitung" (DVZ), einer Tochter des Handelsblatts, ein Interessent für eine große regionale Pin-Tochter gemeldet. Die Schweizer wollen laut DVZ die Ulmer Direktexpress - Spezialist für Post-Zustellungsaufträge und Wertsendungen - kaufen. Ein Sprecher der Suisse Post wollte dies nicht kommentieren. Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Direktexpress schreibt Gewinn und macht 24 Mill. Euro Umsatz mit 582 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist bislang Partner der Schweizer. Die Suisse Post ist bereits mit Prime Mail in Deutschland tätig, einem Briefdienst, der auf Werbesendungen spezialisiert ist.

 

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Clemens Brentano
Clemens Brentano: „Wenn der Sturm das Meer umschlinget,
schwarze Locken ihn umhüllen,
beut sich kämpfend seinem Willen
die allmächtge Braut und ringet,
küsset ihn mit wilden Wellen,
Blitze blicken seine Augen,
Donner seine Seufzer hauchen,
und das Schifflein muß zerschellen.“
von zitate-online.de