Bofinger sieht Risiken für deutsche Konjunktur.
Die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg - so beschreibt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger die aktuelle Situation des internationalen Finanzsystems. Auch für Deutschland gebe es klare Abwärtsrisiken, sagt er - und sieht den Staat gefordert. Groß- und Kleinanleger müssten aber keine Angst um ihre Ersparnisse haben, denn die betroffenen Banken würden "wie die Patienten auf der Intensivstation" rund um die Uhr von den Notenbanken betreut, sagte der Würzburger Ökonom der "Bild am Sonntag". Um die Finanzmärkte wieder sicherer zu machen, müsse der Staat nun mehr als bisher dafür sorgen, dass sich alle Beteiligten die Regeln hielten. Auch müssten Kredite künftig wieder stärker über traditionelle Banken laufen und nicht über exotische Zwischenhändler.
Ausgaben international abstimmen
In der "Passauer Neuen Presse" bekräftigte Bofinger seine Forderung nach einem international abgestimmten Ausgabenprogramm mit deutscher Beteiligung. Länder wie China, Russland, Japan, Deutschland, die Schweiz oder die Ölförderstaaten, die in den vergangenen Jahren massive Leistungsbilanzüberschüsse aufweisen konnten, sollten sich gemeinsam überlegen, wie sie einen Beitrag zur Belebung der Weltkonjunktur leisten können.
Allerdings unterscheide sich die Lage hierzulande grundlegend von der in den USA, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung. Der Aufschwung in Deutschland sei kein Aufschwung auf Pump gewesen. "Wo es keine Kreditblase gibt, kann auch keine platzen." Gefahr durch teuren Euro
Als größte Gefahr für die deutsche Wirtschaft sieht Bofinger daher die massive Aufwertung des Euro. Die Gemeinschaftswährung sei seit dem Herbst gegenüber dem Dollar um rund zehn Prozent aufgewertet worden. "Zehn Prozent Aufwertung bedeuten für Deutschland einen halben Prozentpunkt weniger Wachstum", sagte Bofinger.
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