Gut einen Monat nach der Schließungsankündigung für das Bochumer Nokia-Werk beginnen heute hinter verschlossenen Türen die Verhandlungen um die Zukunft der 2300 Mitarbeiter.
Betriebsrat und IG Metall fordern vom Unternehmen eine Abfindung für alle Beschäftigten und Hilfe bei der Suche nach neuen Investoren. "Wir wollen Geld und einen neuen Arbeitsplatz", sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach. Die Firmenspitze ist durch den Chef von Nokia-Deutschland, Klaus Goll, vertreten. Mit einem schnellen Ergebnis wird nicht gerechnet.
Der Bochumer Betriebsrat will für die rund 2300 Beschäftigten eine Abfindung und die Weiterbeschäftigung in einem neuen Unternehmen erreichen. "Dabei muss Nokia helfen. Die müssen sich jetzt verdammt anstrengen, um ihre Weste wieder reinzuwaschen", sagte Achenbach. Denkbar sei neben der Abfindung etwa die mietfreie oder günstige Überlassung des Nokia-Betriebsgeländes für Neuinvestoren, hieß es von Arbeitnehmervertretern.
Nokia reicht Stellungnahme ein
Zuvor hatte Nokia im Streit um gewährte Subventionen kurz vor Ablauf der Frist in Düsseldorf eine ausführliche Stellungnahme eingereicht. Der Konzern soll 41 Millionen Euro zurückzahlen, weil er in Bochum weniger Arbeitsplätze als vereinbart geschaffen haben soll. Nokia weise dies in der Stellungnahme zurück.
Keine Mittel aus dem EU-Strukturfonds
Das Bundeswirtschaftsministerium erhielt unterdessen eine Bestätigung von der EU-Kommission in Brüssel, dass Nokia keine Subventionen aus den Strukturfonds der Europäischen Union für die Verlagerung des Bochumer Werkes nach Rumänien erhalten hat. Auch für den Bau eines Werkes in Ungarn seien keine EU-Mittel geflossen, teilte das Ministerium mit.
Schwere Vorwürfe gegen Nokia
Der rumänische Gewerkschaftsbund Cartel Alfa warf Nokia unterdessen vor, in seiner neuen Fabrik im rumänischen Jucu die Arbeitszeit über das in Rumänien zulässige Maß hinaus verlängern zu wollen. Dies wäre "eine neue Form der Sklaverei", sagte der Präsident von Cartel Alfa, Bogdan Hossu, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete. Nokia wies die Vorwürfe zurück. " Nokia hält sich weltweit an die arbeitsrechtlichen Bestimmungen und Gebräuche im Rahmen der in den jeweiligen Ländern geltenden Gesetze", sagte eine Sprecherin.
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