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Erwin wahrer Machthaber bei F95 PDF Drucken E-Mail
  
Mittwoch, 21. Mai 2008 um 15:29

Was wird jetzt aus Fortuna?

Am Rolander Weg wehen die Deutschland-Fahnen auf Halbmast. Um 12.57 Uhr steht auf der Anlage des Rochusclubs der Tennis-Betrieb für ein paar Augenblicke still. Die Zuschauer erheben sich von ihren Sitzen. Auf der Videowand erscheint das Bild von Joachim Erwin. Die Tennis-Gemeinschaft trauert. „Joachim Erwin hat uns viel geholfen - auch bei der Verlängerung des Vertrags mit der ATP bis 2012“, sagt Turnierdirektor Dietloff von Arnim. 

Noch gewichtiger war die Rolle, die der Oberbürgermeister bei Fortuna spielte. Erst am 30.April war er von den Mitgliedern des Fußball-Regionalligisten erneut in den Aufsichtsrat gewählt worden, dessen Vorsitzender er seit Gründung des Gremiums war. Sein designierter Nachfolger ist nun der frühere LTU-Boss Jürgen Marbach - aber Erwins Fußstapfen sind groß. „Der Verein wird insgesamt ein Stück zusammenrücken müssen, um diese Lücke zu schließen“, meint Vorstandssprecher Peter Frymuth. „Eine solche Persönlichkeit einfach zu ersetzen, ist ausgeschlossen.“

Man muss vor allem gespannt sein, wie sich die wirtschaftliche Lage Fortunas ohne Erwin entwickelt. Schließlich hatte der OB dem chronisch klammen Klub die Hauptsponsoren Stadt-Sparkasse und Stadtwerke vermittelt, die für dessen finanzielle Basis sorgen. Kurzfristige Nöte sind nicht zu erwarten, wie Frymuth betont: „Die Planung für die neue Saison ist längst abgeschlossen. Ansonsten hätten wir ja gar keine Lizenz erhalten.“ Mehr noch: Die Verträge mit den beiden wichtigsten Sponsoren laufen noch bis Ende Juni 2010.

Der wahre Machthaber bei F95

Was anschließend passiert, ist offen. Joachim Erwin war zwar nach der Satzung „nur“ Vorsitzender des Kontrollorgans, de facto aber der wahre Machthaber bei Fortuna. Neben Sponsorenverträgen gingen auch Personalien wie die Verpflichtung des aktuellen Trainers Norbert Meier über seinen Schreibtisch. Eine wichtige Frage ist zudem, wie künftig das Verhältnis des Klubs zu seiner Spielstätte LTU-Arena aussieht: Immerhin steht Fortuna bei der Arena mit mehr als einer (gestundeten) Million Euro ausstehender Miete in der Kreide.

Erwin war auch bei den DEG Metro Stars Mitglied des Aufsichtsrates. Der Oberbürgermeister hatte sich bei dem Eishockey-Klub für die zweite Eisbahn an der Brehmstraße eingesetzt und den Umzug in den ISS Dome vorangetrieben. Und Frank Flatten, Manager der derzeit um den Aufstieg in die Erste Liga kämpfenden HSG-Handballer, hatte sich erst vor ein paar Tagen mit Erwin für ein zukunftsweisendes Gespräch verabredet. „Was er uns anbieten wollte, werden wir nun leider nie mehr erfahren“, sagt Flatten nachdenklich.

 

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Antoine de Rivarol: „Zu plötzliches Auftreten in der Literatur wird nicht geschätzt. Der strahlendste Ruhm braucht sein Morgengrauen.“
von zitate-online.de