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Nach der tödlichen Attacke in Düsseldorf und Erkrath hat die Polizei den Täter gefasst. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Frauen aus zwei Rechtsanwaltskanzleien. Zwei Männer wurden schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte in einer Pizzeria in Goch festgenommen werden.

 

Der Täter hat am Freitag (28.02.2014) offenbar gezielt Anwaltskanzleien in Düsseldorf und Erkrath aufgesucht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitagnachmittag bekannt gaben, hatte der mittlerweile festgenommene Geschäftsmann Yauquing T. offenbar eine Auseinandersetzung mit der Anwältin in Düsseldorf. Möglicherweise sei er von der Düsseldorfer Rechtsanwältin zu der anderen Kanzlei nach Erkrath gegangen, weil er sich von der Rechtsanwältin in Düsseldorf nicht richtig vertreten fühlte, so die Ermittler. Im vergangenen Jahr hatte der 48-jährige Familienvater Strafanzeige wegen Betrugs gegen die Düsseldorfer Anwältin gestellt, das Verfahren wurde aber eingestellt. Möglicherweise habe ein Scheidungsverfahren die Taten ausgelöst, hieß es. Genaueres solle die weitere Vernehmung ergeben.

In beiden Anwaltskanzleien tötete der Täter jeweils eine Frau. Die erste Attacke geschah an der sogenannten Automeile am Rand der Düsseldorfer Innenstadt. Dort haben mehrere Autohäuser, das örtliche Straßenverkehrsamt und andere Unternehmen ihren Sitz. In Erkrath liegt die betroffene Anwaltskanzlei in einem Wohn- und Geschäftskomplex.

Nach der Tötung Feuer geleg

Das Opfer in der Düsseldorfer Kanzlei - vermutlich eine Anwältin - konnte noch nicht identifiziert werden, weil der Täter nach der Tat einen Brand legte. Er muss sich deshalb auch wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Bei dem Handgemenge in Düsseldorf wird ein 51-jähriger Mann zudem schwer verletzt, ein 64-Jähriger erleidet leichte Verletzungen, als er versucht, den Täter zu stoppen. Bei dem Opfer in Erkrath handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 50-jährige Rechtsanwaltsgehilfin. Ein 31-jähriger Anwalt wird lebensgefährlich verletzt. Wie die Frauen starben, müssen nun die Obduktionen klären.

Spezialeinsatzkommandos im Einsatz

Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei waren an mehreren Orten in Düsseldorf und im knapp zehn Kilometer entfernten Erkrath im Einsatz. Zwischenzeitlich schuf der erfundene Hinweis eines Bürger einige Verwirrung, wonach an einem Stadion in Erkrath zwei weitere Tote gefunden worden seien. Die Ermittler sprachen später bei ihrer Pressekonferenz im Düsseldorfer Polizeipräsidium von einem unschönen "Fake". Sie seien deswegen zeitweise von einem hochgefährlichen Amok-Täter ausgegangen, der auch Unbeteiligte in Gefahr bringen könnte, erklärten die Ermittler.

Festnahme in Pizzeria

Nach 14 Uhr am Freitagnachmittag konnte der mutmaßliche Täter in einer Pizzeria im niederrheinischen Goch festgenommen werden. Dort war es kurz zuvor zu einem Handgemenge mit zwei weiteren Frauen gekommen, die dabei leicht verletzt wurden. In der Pizzeria konnten auch die Tatwaffen sichergestellt werden - mehrere Messer und zwei Schusswaffen, darunter mindestens eine Gaspistole. Der Besitzer der Pizzeria soll nach Polizeiangaben ein ehemaliger Mitarbeiter von Yauquing T. sein. Dieser hat die Taten inzwischen eingeräumt. Ermittelt werde nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst wegen Totschlags. Am Samstag (01.03.2014) soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Mann war der Polizei bereits bekannt. Weil er einem Nachbarn eine Harke auf den Kopf geschlagen hatte, war er zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

 

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