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Eine Ausstellung im Stadtmuseum erinnert mit Urkunden, Stadtplänen und Stadtansichten an die Geschichte der Stadt.

Als Düsseldorf im Jahr 1288 die Stadtrechte erhielt, lebten kaum mehr als 400 Einwohner direkt am Rhein. Viel mehr als denOB Elbers Straßenzug Altestadt und Krämerstraße gab es nicht, aber immerhin eine Pfarrkirche und ein Löwenhaus.

Wie bescheiden die Anfänge waren - das können sich Besucher des Stadtmuseums nun in der neuen Ausstellung „Stadtgründung“ ansehen, die gestern Morgen von Oberbürgermeister Dirk Elbers eröffnet wurde. Die Schau bildet den Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 725. Geburtstag der Stadt und ist noch bis zum 30. Juni zu sehen.

In fünf Kapiteln wird dort die wechselvolle Geschichte der Stadt beleuchtet, deren Einwohner von Beginn an nicht von der Landwirtschaft, sondern von Handel und Gewerbe lebten. Anschaulich wird das mit einem Modell der Stadt gezeigt, das die Anordnung von Häusern, Kirche und den Lauf des Rheins im 13. Jahrhundert präsentiert. Die paar Häuser waren von Wassergräben und einer kleinen Mauer umgeben. Das Schicksal der kleinen Siedlung ist eng verwoben mit der Familie Graf Adolf von Berg.

Aufgrund familiärer Verbindungen zur Kölner Kirche stieg die bergische Familie zu einem der führenden Geschlechter am Niederrhein auf. Konrad von Hochstaden - ein Onkel von Adolf V. - legte den Grundstein zum Kölner Dom. Mit Stammtafeln, Gebietskarten und historischen Landkarten verdeutlicht die Ausstellung im Stadtmuseum das Netzwerk einer durchgeplanten Heiratspolitik, um Macht zu erhalten und zu stärken. Handschriften und Siegel der mittelalterlichen Urkunden beleuchten die Verwandtschaftsverhältnisse. Auf Schautafeln finden die Besucher Erklärungen zu den Exponaten.

Nicht fehlen darf die Schlacht von Worringen. In zeitgenössischen Schilderungen wird die Schlacht - in der bergische Bauern und Kölner Bürger über ein Ritterheer siegten - nacherzählt. Urkunden aus dem 13. Jahrhundert enthalten Verträge, denen die Vorgeschichte und die Folgen der Schlacht entnommen werden können. Ein großer Teil der Ausstellung ist der Stadtarchäologie gewidmet: Interviews mit Experten können am Bildschirm angesehen werden, an einem Computer kann man virtuell in Grabungsberichten blättern. Auf einem Tisch sind die Funde aktueller Grabungen ausgestellt.

Interessant ist ein Projekt des Stadtmuseums, bei dem mit einer Kernbohrung versucht wurde, das Fundament des sogenannten Löwenhauses zu datieren. Die Archäologen haben beim Bau des Kö-Bogens, des Andreas-Quartiers und der Wehrhahnlinie die Chance, weitere Funde zu machen. Pläne, Fotos und Skizzen auch aus neuerer Zeit wie zur Entstehung des Rheinufertunnels zeigen das langsame Werden und Wirken der Stadt.

Keyworker des Stadtmuseums - das sind Ehrenamtler, die einmal in der Woche im Atelier arbeiten - haben der Ausstellung Exponate beigefügt, die es so nicht mehr gibt. Dazu gehört ein altes Wappen eines Bürgermeisters, das witzigerweise mit dem Kopf von Oberbürgermeister Elbers verziert ist. Päpstliche Bestätigungen, Rechnungen und Verträge berichten über den Zustand von Stadt und Gesellschaft im 13. und 14. Jahrhundert. Präsentiert wird in der Ausstellung das wahrscheinlich erste Kircheninventar. Dazu kommt ein einmaliges Beispiel eines Kirchenschatzes, eine goldene Reliquie.

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