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Er war nicht wild auf Krieg. In der Schlacht von Worringen aber mischte Graf Adolf V. mit – und Düsseldorf gewann mit ihm.

Am Morgen des 5. Juni 1288 dröhnte die Erde bei Worringen von tausendfachem Hufgetrappel. Das Eisen von tausenden WaffenGraf Adolf V. hat in den historisierenden Wandgemälden von Schloss Burg einen prominenten Platz. Seine besondere Beziehung zu Düsseldorf ist in der Urkunde in seiner Hand sowie einem Bild der Stadt unten rechts erkennbar – neben dem Turm von St. Lambertus ist das später abgebrannte Schloss zu sehen, von dem heute nur noch der Schlossturm zeugt. klirrte aufeinander. Tausende, wenn nicht zigtausend Kämpfer zu Fuß und zu Pferde stürzten sich in eine der blutigsten Schlachten des Mittelalters. Die jeweils verbündeten Fürsten waren persönlich am Kampf beteiligt, auch der Stadtgründer Düsseldorfs – einer der späteren Sieger der Schlacht bei Worringen. Sein Name: Graf Adolf V. von Berg. Zehn Wochen später, vor 725 Jahren, erhebt er das Fischerdorf zur „Stadt“. (Anm. d. Webseitenbetreibers : Genau am 14. August 1288.)

War Graf Adolf ein gewiefter Kämpfer oder „nur“ ein brutaler Haudegen, der seine Feinde das Fürchten lehrte? Und wie war er als Mensch zu Hause im gemütlichen Kaminzimmer auf Schloss Burg? Für ein umfassendes persönliches Profil von Landesherren im Mittelalter mangelt es an Quellenmaterial, auch tritt der private Mensch angesichts der politischen und turbulenten Ereignisse völlig in den Hintergrund. Schlachtengetümmel und der Ritter „in action“ bleiben halt länger im Bewusstsein.

Graf Adolf V. wurde um 1245 geboren, sein Vater, Adolf IV., starb 1259. Da war Klein-Adolf noch minderjährig, so dass seine Mutter Margarethe, die Schwester des Kölner Erzbischofes Konrad von Hochstaden, zunächst die Regierungsgeschäfte übernahm. Adolf V. hatte fünf Brüder und eine Schwester.

Ähnlich wie sie startete auch Adolf seine Regierungszeit gleich mit einer schnellen und durchdachten Amtshandlung. Er stand einer Essener Äbtissin bei. Ihr wurde durch den Schlossherrn von Broich bei Mülheim eine wildreiche Waldung gewaltsam fortgenommen. Daraufhin schickte sie einen Klosterdiener los, um die Angelegenheit mit diesem Grobian zu regeln. Der aber warf kurzerhand den Diener seinen Wolfshunden zum Zerreißen vor.

Graf Adolf richtete den „Brutalo“ zwar nicht hin oder ließ ihn im Kerker foltern, er musste jedoch für Raub und Mord Entschädigungen zahlen. Solches Verhalten brachte ihm früh den Ruf ein, er sei ein Regent, der sich um das Wohlergehen seiner Untertanen kümmerte. Er regierte über die sehr lange Zeit von fast 35 Jahren, im Mittelalter eine Ausnahme.

Der Graf war umgeben von einem Geflecht aus Erbstreitigkeiten und Machtkämpfen, in dem er versuchte, aus seinem Land ein verwaltungstechnisch modern organisiertes Gebiet zu formen.

Der Graf gab friedlichen Konfliktlösungen den Vorrang

Adolf neigte dazu, nur notgedrungen Kriege zu beginnen – er zog friedliche Konfliktlösungen vor. Sein besonnenes Verhalten führte oftmals zum Erfolg. Seine Familie, besonders seine Brüder, unterstützten ihn und gaben sicheren Halt. Von seinem Eheverhältnis ist kaum etwas bekannt, die Beziehung zu seiner anfangs mitregierenden Mutter war wohl nicht immer störungsfrei.

Seine zielstrebigen, aber besonnenen Vorgehensweisen waren sowohl im Verlauf als auch im Ergebnis der Schlacht bei Worringen 1288 zu erkennen. Zunächst hatte Adolf V. umstrittenes Gebiet an mächtigere Verbündete abgetreten und auch in der genannten Schlacht kämpfte er „mehr am Rande“. Aber: Die Grafen von Berg konnten jetzt mit der Befestigung von Düsseldorf in ihrem Territorium endlich einen gewichtigen Pflock einschlagen: an der „Goldader“ oder „Hauptpulsader des ganzen Landes“ – am Ufer des Rheins.

Graf Adolf V. starb am 29. September 1296 auf Schloss Burg und wurde in der Stiftskirche in Gräfrath, dem schönsten Stadtteil des heutigen Solingen, begraben. „Seine kinderlose Witwe Elisabeth, Gräfin von Geldern, nahm über dem Grabe des Gatten den Schleier“, heißt es in einem bergischen Geschichtsbuch aus dem Jahr 1958, „und starb 1313 als Nonne im Kloster Gräfrath“.

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