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Das Duo Ell/Nikki hat Samstagabend mit der Ballade "Running Scared" den Eurovision Song Contest gewonnen. Titelverteidigerin Lena belegte nach einem überzeugenden Auftritt den zehnten Platz. Für die Show in der ausverkauften Düsseldorfer Arena gab es großes Lob.

Neben Aserbaidschans Duo Ell und Nikki gab es beim Eurovision Song Contest 2011 noch mehr große Gewinner: der Contest an sich, die Arena und natürlich Düsseldorf als gastgebende Stadt. Am Ende einer spektakulären Show ohne jeden Makel in der mit 36 000 Zuschauern ausverkauften Düsseldorfer Arena gab es von allen Beteiligten nur Bestnoten. "Das war eine exzellente Show. Das Wagnis, eine Fußball-Arena in ein gigantisches Fernsehstudio mit Zehntausenden von Zuschauern zu verwandeln, ist belohnt worden", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor.

Der größte Song Contest der Wettbewerbsgeschichte war nicht nur ein Quoten-Volltreffer. Der ESC in Düsseldorf war auch eine Show der Superlative. Die Moderatoren Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers zeigten sich noch besser als in den Halbfinals. ARD-Teamchef Thomas Schreiber bescheinigte den drei Moderatoren "eine souveräne, komödiantische und in jeder Hinsicht überzeugende Leistung". Die Moderationen saßen, die Gags zündeten – ganz zu schweigen von Raabs spektakulären musikalischen Darbietungen. So eröffnete der Kölner die Show mit einer überraschenden Rock'n'Roll-Version von Lenas Siegertitel "Satellite". Voll in seinem Element, rockte Raab mit E-Gitarre und am Schlagzeug die Arena und machte seine bisher unglücklichen Auftritte vergessen. Raabs Eröffnung setzte Maßstäbe für die Fernsehunterhaltung, schwärmte ARD-Teamchef Thomas Schreiber über den Auftritt, in den neben 42 Lena-Doubles auch die echte Lena einstieg. Den letzten Refrain sang die 19-Jährige auf einem Cello stehend.

Auch wenn Lena mit ihrem zehnten Platz (107 Punkte) nicht ganz so weit vorne lag wie erhofft, war sie der gefeierte Star des Abends. Das Publikum sang jede Textzeile aus "Taken By A Stranger" mit und trug die junge Künstlerin durch ihren Beitrag. Ähnlich bejubelt wurde nur Sänger Jan Delay, der als Pausenact mit seinen Hits "Oh Johnny" und "Klar" einheizte. Die Zuschauer feierten jeden Teilnehmer, besonders das schräge irische Duo Jedward und Österreichs Nadine Beiler erhielten frenetischen Beifall.

Die Abstimmungsphase wurde dem ESC-Motto "Feel Your Heart Beat" gerecht. Anders als in den Vorjahren, als Norwegens Alexander Rybak (2009) und Lena (2010) schnell als Gewinner feststanden, wechselte die Spitzenposition fast minütlich. Erst im letzten Drittel der Abstimmungsphase setzte sich Aserbaidschan von der Konkurrenz ab. Anders als im Vorjahr wurden Nachbarschaftshilfen unter den Ländern verstärkt wahrgenommen. So gab es während der 45-minütigen Abstimmung Buh-Rufe aus dem Publikum. Dabei vergab auch Deutschland seine Höchstzahl von zwölf Punkten an einen Nachbarn, nämlich Nadine Beiler aus Österreich, die mit ihrer Ballade "The Secret Is Love" den 18. Platz belegte.

Es gab aber auch Verlierer in der Arena. Die Enttäuschung des Abends war der 21 Jahre alte Jungtenor Amaury Vassili. Als Top-Favorit gehandelt, landete der Franzose mit seiner korsischen Opern-Hymne "Sognu" auf dem 15. Platz. Die mitfavorisierte englische Boygroup "Blue" musste sich mit Rang elf begnügen, auch Estlands Getter Jaani hatte Großes vor, ließ als 24. aber nur die Schweizerin Anna Rossinelli hinter sich.

Eine Überraschung war das ESC-Comeback Italiens, das nach 14 Jahren Abstinenz mit Raphael Gualazzi gleich den zweiten Platz feiern durfte (189 Punkte). Auch mit dem vierten Platz von Mika Newton (Ukraine) und dem sechsten Platz von Bosniens Dino Merlin hatten nur die Wenigsten gerechnet.

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