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Vier Tage ist die neue Radarfalle im Rheinufertunnel – und das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen: 2386 Raser wurden geblitzt. Drei Spitzenreiter fuhren mehr als doppelt so schnell wie erlaubt. 52 Führerscheine weg.

Im Rheinufertunnel wird oft zu schnell gefahren – das wussten sowohl die Polizei wie auch das Ordnungsamt der Stadt. Aber mit welchen Geschwindigkeiten da manche wirklich unterwegs sind, das offenbart erst jetzt eine erschreckende Vier-Tage-Bilanz der neuen Radarfallen in den beiden Röhren. Nachdem am ersten Tag (Donnerstag, 1. Oktober) innerhalb von 24 Stunden 668 Raser geblitzt wurden, ließ das in den folgenden Tagen keinesfalls nach. Am darauffolgenden Freitag fuhren 564 Fahrzeuge zu schnell, Samstag (Feiertag, Geschäfte waren nicht offen!) waren es 580 und Sonntag 574. Insgesamt zählten die zuständigen Behörden in diesen vier Tagen 2386 Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Nach Ansicht von Experten liegt die Quote der Raser damit zwar nur bei ca. einem Prozent aller Fahrzeuge, die die Tunnel passieren, aber einige der Einzelverstöße sind erschreckend. So wurde am Freitag, 2. Oktober, ein BMW geblitzt, der 147 km/h schnell war. Erlaubt ist neuerdings 70 km/h. Der Wagen war also doppelt so schnell auf der Bahn, wie er durfte. Am Samstag war es ein Auto der selben Marke, das fast genau so flott, nämlich mit 146 km/h fuhr und einen Tag später erwischte die Technik einen Mercedes mit 143 km/h. Diese drei "Spitzenreiter" werden ihren Tritt aufs Gaspedal bitter bereuen: Sie müssen 480 Euro Strafe zahlen, bekommen vier Punkte aufs Strafkonto in Flensburg und müssen drei Monate den Führerschein abgeben.

Die Tempo-Sünder werden nun mit 2142 Verwarnungs- und 244 Bußgeldverfahren belangt. 52 Fahrer sind ihren Führerschein für vier Wochen oder länger los. Für die Stadt Düsseldorf entwickelt sich diese Radarfalle nun zu einer ergiebigen Einnahmequelle: Rechnet man pro ertapptem Temposünder mit einer durchschnittlichen Strafe von 40 bis 50 Euro, so kassiert die Stadt allein in diesen vier gemessenen Tagen gut 100 000 Euro. Auffallend, so die Behörden, dass es vor allem auswärtige Fahrer sind, die sich nicht an die Begrenzung halten. So sind die drei genannten Spitzenreiter durchweg aus dem Umland gewesen. Man führt das darauf zurück, dass Einheimische inzwischen wissen, was ihnen blüht, wenn sie in der Röhre zwischen Bilk und Cecilienallee zu kräftig aufs Gas drücken.

Die neuartige Mess-Technik ist für das Auge des Autofahrers nicht sichtbar, den Blitz der Kamera wird er nicht wahrnehmen. Das musste aus Sicherheitsgründen so garantiert werden, weil man fürchtete, erschreckte Autofahrer könnten sonst Unfälle verursachen. Zusammen mit der Installation der neuen Anlage wurde das Tempo-Limit im Tunnel von 60 auf 70 km/h erhöht. In der Vergangenheit hatte es heftigen Streit über die Obergrenze im Tunnel gegeben.

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