WZonline schreibt Fr. 2010-10-22, 16:30h :

Wegen sechsfachen Mordversuchs muss sich ein 19-Jähriger seit Freitag vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, durch Brandstiftung in einem Düsseldorfer Hotel im April das Leben von sechs schlafenden Gästen gefährdet zu haben.

Ein 19-jähriger mutmaßlicher Feuerteufel muss sich seit Freitag wegen sechsfachen Mordversuchs vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Er soll im April ein Hotel in Düsseldorf angezündet haben. Er selbst sowie zwei weitere Männer zogen sich dabei Verletzungen zu. Die Anklage wirft ihm vor, dass die sechs in den oberen Geschossen schlafenden Hotelgäste hätten sterben können. Beim Prozessauftakt schwieg der arbeitslose Hauptschulabbrecher. Zuvor hatte er die Vorwürfe stets bestritten.

Der Angeklagte flüchtete und machte sich so verdächtig

Der Angeklagte hatte sich gemeinsam mit anderen Hotelgästen vom Dach des lichterloh brennenden Gebäudes retten lassen. Er machte sich dann verdächtig, weil er vor seiner Vernehmung als Zeuge die Flucht ergriff. Ein Gerichtsmediziner stellte bei ihm später Brandwunden an Händen und Armen fest, die darauf schließen ließen, dass sich der damals 18-Jährige sehr nah am Brandherd aufgehalten haben muss. 

Wie Staatsanwältin Britta Schreiber sagte, hatte die Mutter ihren Sohn aus familiären Gründen in dem Hotel einquartiert. Die Anklage wirft ihm vor, im Hotel Benzin an einer Holztreppe verteilt und dann Feuer gelegt zu haben. Darüber schliefen sechs ahnungslose Hotelgäste. 

Die Verlesung der Anklageschrift verfolgte der junge Mann scheinbar ungerührt. Beim Prozessauftakt am Freitag wollte er sich nicht äußern. Die Vorwürfe hatte er zuvor stets bestritten. Von der Nebenklage hieß es, der Hotelpächter habe den Brand noch nicht verkraftet und befinde sich in psychologischer Betreuung. In knapp drei Wochen wird weiter verhandelt.

 

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