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Die massiven Unregelmäßigkeiten beim Bau der Kölner U-Bahn lassen Düsseldorf aktiv werden. Ingenieurbüros prüfen, ob auch dort Gefahren im Untergrund lauern.

 

 

In Düsseldorf begann eine Überprüfung von Bauprotokollen zur geplanten „Wehrhahn-Linie“. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte, werden die Protokolle zum Bau der Schlitzwände erneut ausgewertet. Mit der Prüfung seien Ingenieurbüros beauftragt worden, die ohnehin mit dem Bauvorhaben befasst seien.

Gravierende Mängel aufgetaucht

Zuletzt hatte eine Prüfung ergeben, dass an der U-Bahnbaustelle Heumarkt in Köln zum Teil nur 17 Prozent der zur Sicherung der Schlitzwand-Lamellen vorgesehenen Stahlbügel verbaut wurden. Die Lamellen dienen der Stabilisierung der Baugrube. Einen Teil der Stahlbügel sollen Bauarbeiter verbotenerweise an Schrotthändler verkauft haben. Darüber hinaus wurden falsche Vermessungsprotokolle für 28 Schlitzwand-Lamellen der Baugruben Waidmarkt, Heumarkt und Rathaus entdeckt. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Zahl der falschen Vermessungsprotokolle noch höher liegen.

Die Düsseldorfer U-Bahn wird mit derselben Technik und teilweise von denselben Unternehmen wie in Köln gebaut. Der Baukonzern Bilfinger Berger gab in einem Schreiben an die Kölner Verkehrsbetriebe Unstimmigkeiten bei „etwa 20“ Protokollen zu. Zwei Bauleiter, gegen die bereits ermittelt wird, wurden suspendiert. Deren Angaben würden nun geprüft, sagte ein Unternehmenssprecher dem „Kölner Stadtanzeiger“. Angesichts der jüngsten Enthüllungen müsse er „inzwischen davon ausgehen, dass wir eventuell immer angelogen werden“, so der Sprecher. Man werde sich fortan nicht mehr auf die Aussagen der eigenen Mitarbeiter verlassen, sondern alle Vorgänge „genauestens“ prüfen.

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