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Kostüme, Eintrittskarten, Essen und Trinken, Übernachtungen und ein extrem hoher Werbewert: Der Düsseldorfer Karneval ist auch ein Wirtschaftsfaktor für die Landeshauptstadt.

Karneval ist in erster Linie Spaß an der Freud, aber auch als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger geworden. Er ist Werbeträger rheinischen Lebensgefühls, dank der bissigen Mottowagen von Jacques Tilly sogar mit internationaler Karneval in DüsseldorfWirkung. Ein Thema mit vielen Facetten, hier sind die wichtigsten:

Wirtschaftskraft In ganz Deutschland werden durch den Karneval jährlich Umsätze von rund fünf Milliarden Euro erwirtschaftet, hat der Bund Deutscher Karneval (BDK), der 4800 Vereine vertritt, einmal ausgerechnet. Auf Düsseldorf entfallen rund 300 Millionen Euro Umsatz. Die Industrie- und Handelskammer hat um die 100 Millionen Euro allein für die Teilnahme an Sitzungen, an Ausgaben für Kostüme, Taxifahrten und Übernachtungen ermittelt. Einige Millionen Euro an Steuereinnahmen fließen in die Stadtkasse.

Touristen An den tollen Tagen kommen zwei Millionen Gäste in die Stadt, die Hälfte allein am Rosenmontag. Bei den Übernachtungen hat die Düsseldorf Marketing & Tourismus (DMT) die strukturähnlichen Zeiträume März 2011 und 2014 verglichen und bei den Besuchern einen Zuwachs von fünf Prozent festgestellt: 2011 wurden 355 000 Übernachtungen gezählt, während es 2014 fast 373 000 waren. Die stärkste Gruppe stellten im März 2014 Deutsche mit 221 000 vor Gästen aus Großbritannien mit fast 15 000. Russische, italienische, US-amerikanische und niederländische Gäste lagen jeweils bei rund 10 000 Übernachtungen.

Die jüngste Erhebung der IHK zum Thema Shopping und Tourismus hat ergeben, dass für 53 Prozent der Hoteliers der Karneval wichtig bis sehr wichtig für die Auslastung ihrer Häuser ist. 53 Prozent, das bedeutet aber auch: Bei den Hotels ist die Einschätzung zwiespältig. Alarik Graf Wachtmeister, Chef der Leonardo-Hotels und Vorsitzender des Tourismus-Ausschusses der IHK: "Es gibt zwei Seiten dieser Medaille. Einige Hotels profitieren, zum Beispiel Maritim und Hilton, wenn dort Sitzungen sind und vielleicht der ein oder andere Gast dort auch übernachtet." Andere Häuser hätten rund um Karneval weniger Umsatz, da keine Tagungen oder Ähnliches stattfänden.

Gastronomie Altweiber ist für viele Gastronomen der umsatzstärkste Tag des Jahres. Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadtwirte, schätzt, dass die Wirte zwischen Altweiber und Rosenmontag mindestens dreimal so viel Umsatz machen wie sonst. Wermutstropfen: Vor und nach Karneval ist das Geschäft eher mau. An Altweiber aber wird fleißig gezapft, in den großen Haubrauereien können es dann um die 40 000 Glas Alt und bei schönem Wetter sogar mehr sein.

Berliner Luftig, süß und wunderbar klebrig: Des Narren liebstes Naschwerk ist der Berliner. Beispiel Terbuyken: Der Bäcker mit 22 Filialen in der Landeshauptstadt und vieren in Erkrath (dort steht auch die Backstube) stellt Altweiber zehnmal so viele Berliner her wie an anderen Tagen - nämlich unglaubliche 30 000 Stück! Die gibt's in neun Ausführungen, vom Klassiker über den glasierten Berliner bis hin zum Prachtexemplar mit Champagnerfüllung. Wem es im Bauch grummelt: Es gibt auch eine Ausführung mit Killepitsch.

Das Comitee Düsseldorfer Carneval Kleiner Etat, große Wirkung: Das CC hat jährlich bis zu 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. 71 Vereine sind Mitglied, zahlen jährlich 300 Euro Beitrag. Es gibt Spender, die insgesamt bis zu 80 000 Euro pro Jahr beisteuern. Die Vermarktung des Straßenkarnevals auf der Kö bringt zwar 100 000 Euro, aber es bleiben davon unter dem Strich nur 30 000 Euro übrig, denn es fallen hohe Kosten für Sicherheit, Toiletten und Absperrungen an. Das Fernsehen ist ein wichtiger Einnahmefaktor. Die Lizenzentgelte liegen bei insgesamt 280 000 Euro.

Der Zug Der Rosenmontagszug kostet bis zu einer Million Euro. So müssen 40 000 Euro für das Rote Kreuz, Toiletten, Zäune und mittlerweile 35 000 Euro für Security ausgegeben werden. Wichtig ist die Vermarktung der Tribünen: Die hinter dem WDR kostet 33 Euro pro Platz (22 Euro für unter 18-Jährige), die an der Rathausseite 77 Euro - sie ist begehrter, weil der Besuch im Rathaus inbegriffen ist.

Sponsoring Viele Firmen investieren in den Karneval, unterstützen auch in den Stadtteilen ihre Vereine. Im Rosenmontagszug gibt es zehn Auftragswagen, was 30 000 Euro in die Kasse spült, dabei sind unter anderem Mercedes und BMW, jedoch auch die Universität, Fortuna und die Stadtwerke. Aber: Im Fernsehen dürfen die Firmenlogos nicht zu sehen sein, sie werden überdeckt oder gar nicht erst aufgemalt. Beim Katjes-Wagen steht nicht Ahoj Brause, sondern Aha-Brause dran. Mercedes stellt dem CC während der Session zwölf Fahrzeuge zur Verfügung, zusätzlich am Rosenmontag 30 Fahrzeuge für den Zoch. Wert der Nutzung: rund 35 000 Euro.

Werbeträger Die DMT bewirbt den Karneval als Düsseldorfer Top-Event auf allen 31 Messen (24 im Ausland), bei denen sie präsent ist.

Von Februar 2014 bis jetzt wurde im Internet in rund 3500 Artikeln über Düsseldorf im Zusammenhang mit dem Karneval berichtet. 2900 Artikel stammten aus Deutschland, 600 aus fast 30 Nationen von Australien über Indien bis hin zu den USA. Allein in den USA wurden 130 Berichte gezählt. Speziell dort bemüht sich die Stadt um Aufmerksamkeit: In New York hat die DMT mit Air Berlin und dem Flughafen jetzt Hoppeditz Erwachen gefeiert. 150 Gäste erhielten in lockerem Umfeld Informationen zum Karneval, es gab Kostüme und eine Polonaise. Zahlreiche Journalisten aus Nord- und Südamerika meldeten sich daraufhin, weil sie gerne nach Düsseldorf reisen möchten, um über die Destination zu berichten. Ein Teil von ihnen wird nun am Rosenmontag auf dem Wagen der DMT mitfahren.

 

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