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Zwei Jahre nach seinem Tod ist der zu seinen Lebzeiten umstrittene Oberbürgermeister noch immer präsent in der Stadt.

Derzeit wird die Innenstadt geprägt von Bauprojekten, die er maßgeblich auf den Weg gebracht hat. Sein Zehn-Punkte-Vermächtnis ging in Erfüllung – aber nur teilweise.

Seinerzeit hatte das Vermächtnis des OB, das am 21. Mai 2008 – also einen Tag nach seinem Tod – veröffentlicht wurde, in der Stadt enormes Aufsehen erregt. In zehn Punkten hinterließ Erwin Anregungen zu Themen, die ihm am Herzen lagen. Datiert war das Schreiben vom 17. Mai 2008. Bis heute ist nicht offen gelegt worden, wie es entstand, wer es aufschrieb. Was ist heute, zwei Jahre danach, aus diesem Vermächtnis geworden?

Als ersten Punkt verlangte Erwin "Haltet das Geld zusammen". Auch heute noch steht Düsseldorf finanziell besser da als fast alle anderen deutschen Großstädte. Nach wie vor ist die Stadt schuldenfrei, und es sieht auch nicht so aus, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern. Die Gewerbesteuer sprudelt nicht mehr so üppig wie früher, aber der Stadt geht es gut. So kann sie sich etwa leisten, 12,5 Millionen Euro für den Umbau des Allwetter-Bades in Flingern auszugeben.

"Nutzt den Kö-Bogen als Chance für die Stadt" Dass dieses Projekt eine Chance für die Stadt ist, wird Vielen derzeit nicht auf Anhieb einsichtig sein. Denn längst hat sich wegen der bereits begonnenen Bauarbeiten das Areal zwischen Jan-Wellem-Platz, Hofgarten, Dreischeibenhaus und Heine-Allee hat sich in weiten Teilen in eine riesige Baustelle verwandelt, eine provisorische Straße am Rand des Hofgartens entlang bis zur Heine-Allee ist bald fertig.

"Baut ein Aquarium mit internationalem Anspruch" Ein Punkt, der zumindest auf die etwas längere Bank geschoben wurde. Vor allem, um die Schuldenfreiheit nicht anzutasten. Aber die Zeit, in der man mal eben ein solche 30-Millionen-Euro-Investion (wie geplant) auf den Weg bringt, sind vorbei. Erwin-Nachfolger Dirk Elbers hat daher den Aquariums-Um- oder Neubau vorerst vertagt.

"Senkt die Kindergartengebühr auf Null" Das ist umgesetzt – Düsseldorf ist eine der wenigen Städte, die keine Gebühren erhebt.

"Behaltet die Internationalität des Flughafens" Auch das hat sich nicht geändert. Nach einer Delle bei den Passagierzahlen kalkuliert der Flughafen wieder mit steigenden Zahlen.

"Was die anderen zum Wohle Düsseldorfs beitragen können, sollen sie beitragen" Düsseldorf kann sich über Investoren-Interesse nicht beklagen. Der Neubau des Vodafone-Campus sichert Tausende Arbeitsplätze innerhalb der Stadt, die Landesregierung wird im Zuge des Vodafone-Umzuges vom Rheinufer nach Heerdt ihr Regierungsviertel mit Zukäufen dortiger Immobilien arrondieren.

"Macht keine regionale Zusammenarbeit, bei der Düsseldorf verliert" Auch daran hat sich nichts geändert. Zusammenarbeit mit anderen Städten gibt es – und sie alle nutzen beiden Beteiligten. Neu ist, dass man ernsthaft überlegt, Nachbarkommunen als Partner zu gewinnen, um zuziehenden Menschen Wohnraum zu bieten. Düsseldorf hat notorisch zu knappe Freiflächen für Bauland.

"Haltet die Stadt grün und gepflegt" Nach wie vor ist Düsseldorf eine grüne und saubere Stadt – wenn Dreckecken entstehen, kommt sofort Protest der Bürger. Und die Stadt reagiert in der Regel schnell.

"Bestraft die Sünder der Sparkasse" Es gibt noch offene Verfahren, ein Ermittlungsverfahren gegen den von Erwin entlassenen Ex-Vorstand Heinz Martin Humme wurde eingestellt. Wie der gesamte Rechtsstreit um die fristlose Kündigung Hummes und seines Kollegen Karl Heinz Stiegemann ausgeht, ist derzeit immer noch offen.

"Streitet euch nicht um eine Straße oder Hausnummer für mich" Diesen Streit gab es, als CDU-Kreise versuchten, die Flughafen-Brücke nach Erwin zu benennen – was am Ende scheiterte. Nun will man sich Zeit lassen. Inoffiziell wird darüber nachgedacht, nach Erwin einen Platz im Kö-Bogen zu benennen.

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