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Die Bauarbeiten für eines der größten und umstrittensten Bahnprojekte Deutschlands haben begonnen. Für 4,1 Milliarden Euro wird der bisherige Kopfbahnhof in Stuttgart bis 2019 in eine unterirdische Durchgangsstation umgebaut und an die geplante Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen.

Nach mehr als 15-jähriger Planung hat die Deutsche Bahn mit dem umstrittenen Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs begonnen. Statt des symbolischen Spatenstichs für das Projekt „Stuttgart 21“ hoben Bahn-Chef Rüdiger Grube, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) einen Prellbock an, um damit die Arbeiten in Gang zu setzen, die zehn Jahre dauern sollen. Die Verlegung des Bahnhofs in 32 Kilometer lange Tunnel unter die Erde für 4,1 Milliarden Euro sowie eine neue Trasse nach Ulm für weitere zwei Milliarden Euro gelten als das größte Infrastrukturprojekt Europas.

Ramsauer zufolge bekommt Baden-Württemberg mit „Stuttgart 21“ und der Neubaustrecke nach Ulm zwei Bahnprojekte von internationaler Dimension. „Wir beseitigen damit einen Engpass auf der 'Magistrale für Europa', die von Paris über Stuttgart, München und Bratislava bis Budapest führt. Gewinner sind die Bahnkunden“, erklärte Ramsauer.

In der Bevölkerung ist das Bauvorhaben höchst umstritten. Grube räumte mit Blick darauf Vermittlungsfehler der Bahn ein. „Das Land, die Stadt, die Region und die Bahn hätten viel früher und viel aktiver über das Projekt Stuttgart 21 kommunizieren können“, sagte GrubStuttgart02e der Onlineausgabe der „Pforzheimer Zeitung“ vom Dienstag.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Verkehrsausschusses Winfried Hermann bezeichnete das Projekt am Dienstag als „bautechnisch und finanziell extrem riskant“. Es sei zu befürchten, dass sich die Kosten auf zwölf Milliarden Euro verdoppeln werden. Angesichts der heute schon bekannten Unterfinanzierung von 20 Milliarden Euro für bundesweite Schienenprojekte bis 2020 führten Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm zu einem Verschieben wichtiger anderer Projekte über 2020 hinaus.

Die Befürworter des Projekts verweisen demgegenüber auf kürzere Reisezeiten, rund 4000 neue Arbeitsplätze und bis zu acht Milliarden Euro Folgeinvestitionen, etwa wenn auf den rund 100 Hektar Gleisanlagen, die nun in bester innerstädtischer Lage Stuttgart03abgerissen werden, neue Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) sieht in dem Projekt deshalb auch einzigartige städtebauliche Entwicklungschancen.

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