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Nach Plagiat-Vorwürfen wird der Entwurf von Jürgen Meister für ein Loveparade-Gedenkzeichen nicht realisiert. Im Januar soll erneut nach einer geeigneten künstlerischen Vorlage gesucht werden.

Die „Initiative Spendentrauermarsch“ fällte gestern die einzige Entscheidung, mit der gewährleistet ist, dass sich die Irritationen um die Gedenkskulptur zur Loveparade-Katastrophe nicht noch zu einem bundesweiten weiteren Skandal ausweiten. Die Plagiat-Vorwürfe (wir berichteten) waren offenbar so massiv, dass sich die Initiative gestern von dem Künstler Jürgen Meister verabschiedete.

Die Erklärung der Initiative klingt, als sei dies einvernehmlich geschehen. Doch vor dem Hintergrund, dass Meister vorgestern noch jeden Plagiat-Vorwurf weit von sich gewiesen hatte, lässt daran zumindest leichte Zweifel zu. Die Jury, die sich für diesen Entwurf entschieden hatte und die von Alt-Oberbürgermeister Krings angeführt wurde, ließ gestern mitteilten, dass sie sich getäuscht fühle und das Verhalten von Meister einmütig verurteile.

Am Montag hatte eine Jury den Entwurf von Jürgen Meister als denjenigen ausgewählt, der realisiert werden sollte. Schon wenige Stunden später häuften sich im Internet Hinweise auf eine schon seit langem bekannte, vergleichbare Ansicht von Menschen, die die Hände in die Luft strecken.

Wie berichtet hatte Meister am Dienstag eingestanden, dass auch er im Internet eine Vorlage für seinen Entwurf gefunden und dann nach seinen Vorstellungen verändert hatte. Wirklich gut zu erkennen waren diese Veränderungen zumindest auf den ersten Blick allerdings nicht. Dass Meister mit einer gewissen Naivität zu Werke gegangen sein könnte, das soll auch der Eindruck bei einigen Mitgliedern der Jury gewesen sein, die gestern zusammen gekommen war.

Die Entscheidung ändert nichts an dem grundsätzlichen Entschluss, mit einem Mahnmal an die Katastrophe im Karl-Lehr-Straßen-Tunnel zu erinnern. Vor allem aus Rücksichtnahme auf die Gefühle der Angehörigen der Opfer soll allerdings erst nach einer Denkpause in einigen Wochen über einen anderen realisierbaren Entwurf entschieden werden. Grundlage werden dann wohl die übrigen 38 Entwürfe sein, die noch vorliegen.

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