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In seiner Weihnachtsansprache hat Bundespräsident Christian Wulff die Bedeutung ehrenamtlich tätiger Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Außerdem wählte er eine neue Form der Ansprache - er sprach vor etwa 200 Gästen, die das Bundespräsidialamt eingeladen hatte.

Die Leistungen und die Bedeutung ehrenamtlich und karitativ tätiger Menschen für die Gesellschaft hat Christian Wulff in den Mittelpunkt seiner ersten Weihnachtsansprache gestellt, die er als Bundespräsident hielt. „Der Staat kann im Rahmen seiner Möglichkeiten Menschen in Not finanziell unterstützen. Aber jemandem Mut zusprechen, jemandem auf die Schulter klopfen, jemandem die Hand reichen: Dafür braucht es Menschen, für die Menschlichkeit wichtig ist“, sagte er.

Zur bildlichen Verstärkung seines Anliegens wählte Wulff eine neue Form der traditionellen Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. Zur Aufzeichnung der Rede hatte das Präsidialamt etwa 200 Gäste eingeladen, zu denen Wulff sprach und die er anschließend durch das Schloss Bellevue führte.

Er sagte in seiner Rede: „Unsere Gesellschaft lebt von denen, die sehen, wo sie gebraucht werden, die nicht dreimal überlegen, ob sie sich einsetzen und Verantwortung übernehmen. Einige dieser Menschen habe ich heute Abend ins Schloss Bellevue eingeladen. Sie haben sich in diesem Jahr für andere, mit anderen gemeinsam eingesetzt. Aus unterschiedlichen Gründen und Motiven. Obwohl sie alle verschieden sind, liegt es an ihnen und an vielen anderen, die so handeln wie sie, dass unser Land zusammengehalten wird: von Solidarität und von dem gemeinsamen Füreinandereinstehen.“ Wulff fügte an: „Wer sich so engagiert, bekommt viel zurück. Ehrenamtliche leben übrigens auch länger.“

„Unsere Gesellschaft ist frei und bunt“

Wulff wiederholte sein Sprachbild von der „bunten Republik“. Er sagte: „Unsere Gesellschaft ist frei und bunt: Wir leben in verschiedenen Lebenswelten, wir sind unterschiedlich, was unsere Herkunft angeht, unsere Religion, unsere Bildung und unsere Träume vom Glück. Damit eine Gesellschaft aus so vielfältigen Menschen Bestand hat, brauchen wir vor allen Dingen: Respekt. Respekt vor dem, der anders ist als man selbst. Und Anerkennung auch seiner Leistungen.“ Jeder müsse spüren: „Ich gehöre dazu, ich werde gebraucht.“ Er dankte den im Ausland wirkenden Landsleuten – Soldaten, Polizisten und zivilen Helfern.

Mit Blick auf Europa setzte Wulff auch einen außenpolitischen Akzent. „Wir haben Vertrauen in die europäische Einigung und in die Kraft Europas.“ Er sagte: „Wir zeigen Solidarität und sind bereit, auch künftig Verantwortung zu übernehmen – auch in Europa. Wir erwarten von unseren Partnern das Gleiche. Alle müssen ihre Hausaufgaben machen.“ Wulff sagte: „Zusammenhalt, Verständigung und Miteinanderauskommen: Das gilt auch für die Beziehungen zu all unseren Partnern in der Welt. Unser Land wird hoch geachtet. Unsere freiheitliche und tolerante Gesellschaft, unsere Verlässlichkeit gegenüber großen und kleinen Ländern wird geschätzt.“

„Nehmen wir uns die Zeit füreinander“

Als persönliche Bemerkung fügte Wulff zum Schluss seiner Rede an: „Im Weihnachtsbaum hier hängen Sterne, auf die Kinder ihre Wünsche geschrieben haben. Wissen Sie, was die meisten Kinder von ihren Eltern gern hätten? Mehr Zeit. Das wünschen sich meine Kinder übrigens auch. Nehmen wir uns die Zeit füreinander.“

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