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Die rot-grüne Landesregierung will den Verkauf auf Trödelmärkten an Sonntagen einschränken, weil dort viele Neuwaren angeboten werden. Der Händlerverband sieht 45.000 Jobs in Gefahr.

 

Das neue NRW-Marktgesetz von Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD), das die Ordnung von Freiluftmärkten wie Trödel- oder Flohmärkten regelt, ist in der Wirtschaft hochumstritten. "Das Gesetz gefährdet 45 000 Arbeitsplätze", sagte Norbert Herrmanns, stellvertretender VorsitzenderTrödelmarkt des Verbands der Deutschen Marktgestalter (VDM). Die Landesregierung will noch in diesem Jahr den Verkauf auf Sonntagsmärkten wie etwa Trödel-, Handwerks- und Weihnachtsmärkten regulieren, um den dortigen Neuwarenverkauf einzuschränken. Nun fürchten viele Marktveranstalter um ihre Existenz.

Unterstützung erhielten sie von FDP-Fraktionschef Christian Linder. Er hält wenig von Duins Plänen: "Wenn es um Verbote und Regulierung geht, ist Rot-Grün schnell mit Gesetzen und Verordnungen bei der Sache", sagte Lindner.

Minister Duin hält jedoch an seinen Plänen fest: "Es darf nicht sein, dass wir dem Einzelhandel nur maximal vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr gestatten, während fliegende Händler auf den Trödelmärkten an 52 Sonntagen im Jahr Neuwaren anbieten." Auch der VDM räumt ein, dass bei einigen Trödelmärkten bis zu 50 Prozent der angebotenen Artikel Neuwaren seien – allerdings handele es sich dabei um Restposten oder Ware zweiter Wahl. Die Märkte würden sich deshalb vom Neugeschäft unterscheiden.

Rund 32 Millionen Besucher kaufen auf den Sonntagsmärkten in NRW jährlich Waren im Wert von 500 Millionen Euro. Laut Duin handelt es sich bei einem Teil davon allerdings um Plagiate und Hehlerware. Unterstützung findet der SPD-Politiker beim Einzelhandelsverband NRW. Auf Trödelmärkten würden Waren zu Dumping-Preisen angeboten, "die man so im Einzelhandel nicht findet", sagte Geschäftsführer Rainer Gallus. Grundsätzlich gehe es jedoch darum, gleiche Bedingungen für alle Händler zu schaffen. Trödelmärkte dürften nicht den gesetzlichen Ladenschluss an Sonntagen umgehen.

Ein Verbot von Sonntagsmärkten plant Duin nicht. Auch Neuwarenverkäufe sollen weiterhin erlaubt bleiben – zum Beispiel auf Brauchtumsmärkten. Ausnahmen gibt es auch für Weihnachts- oder Handwerkermärkte. In NRW finden pro Jahr 3480 Sonntagsmärkte statt. Brauchtums- oder Traditionsmärkte machen lediglich ein Drittel aus.

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