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Linke-Fraktionschef Gregor Gysi und seine Ehefrau Andrea haben sich getrennt. Wie SUPERillu auf Anfrage bei dem Sprecher der Links-Fraktion im Bundestag, Hendrik Thalheim, erfuhr, haben die Eheleute „sich einvernehmlich entschieden, künftig getrennt zu wohnen“.

Ihre gemeinsame 14-jährige Tochter Anna Genoveva werde bei der Mutter wohnen und den Vater regelmäßig besuchen. Andrea und Gregor Gysi (er ist 62, sie ist 53) werden, so heißt es in der Erklärung, in tiefer Freundschaft verbunden bleiben.

Eine Scheidung ist offenbar vorerst nicht geplant – abgesehen davon, dass dafür üblicherweise erst einmal das Trennungsjahr abgewartet werden muss. Ob Gysi schon eine neue Wohnung hat, ist unklar. Jedenfalls ist er bereits ausgezogen aus dem erst vor wenigen Jahren erworbenen und sanierten Familieneigenheim, einem ehemaligen Diplomaten-Wohnhaus aus DDR-Zeiten im grünen Pankower Vorort Niederschönhausen.

Warum die Ehe nach 14 Jahren in die Brüche ging? Offiziell nennen Gregor Gysi und seine Frau Andrea keinen Grund für die Trennung. Man habe sich auseinander gelebt, heißt es im Umfeld. Politische Gründe waren es wohl eher nicht. Obwohl Politik in der Ehe der Gysis eine große Rolle spielte – und auf diesem Feld nicht immer nur eitel Sonnenschein herrschte. Kennen gelernt hatten sich PDS-Star Gregor und die junge Hamburger PDS-Abgeordnete Andrea Lederer jedenfalls im Bundestag. Beide sind von Hause aus Juristen, beide waren seit 1990 Mitglieder der PDS-Fraktion – er als Fraktionschef, sie zuletzt als Parlamentarische Geschäftsführerin. Im März 1996 wurde geheiratet, keine zwei Monate später kam Tochter Anna Genoveva zur Welt. Sie schied 1998 aus der Politik aus, kümmerte sich von nun an ganz um die Familie und Erziehung ihres Kindes, er blieb weiter in der Politik, genoss das Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit im, Alleingang. Gemeinsame Auftritte der Eheleute Gysi blieben rar – höchstens mal eine Kulturpremiere, der gemeinsame Gang zum Stimmlokal am Wahlsonntag. Aber gesellschaftliche Termine nahm Gregor Gysi meistens „solo“ wahr. 2002 trat Andrea Gysi schließlich aus der PDS aus – aus Empörung über den Linksruck, der damals die Partei erschütterte. Wieder eingetreten ist sie bis heute nicht – auch nicht, nachdem sich die PDS mit der WASG zur Links.

Wie eine Löwin hatte sich Andrea Gysi immer wieder vor die Familie gestellt, darauf gedrängt, dass Privates privat zu bleiben hat. Aauch als es 2004 um Gregor Gysis Gesundheit schlimm stand, der langjährige Raucher erst mehrere Herzinfarkte erlitt, sich dann wegen eines Aneurysmas einer riskanten Gehirn-Operation unterziehen musste. „Das Krankheitsjahr war hart. Meine Frau hat mir sehr geholfen“ vertraute Gregor Gysi vor drei Jahren der SUPERillu im Interview an. Damals sagte er auch: „Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie, lasse mir nicht so viele Termine in den Kalender packen.“ Die Wandlung vom lebenslustigen Vollblut-Politiker zum treusorgenden und gesundheitsbewussten Familienmenschen – hat sie Gysi auf Dauer überfordert? Fühlte er sich am Ende wie eingesperrt in einem Käfig aus guten Absichten?

Die Formulierungen der Erklärung, mit denen die Eheleute jetzt gegenüber SUPERillu die Trennung bestätigten, lassen jedenfalls darauf schließen, dass für beide immer noch das Wohlergehen ihrer Tochter höchstes Gebot ist, dass sie deshalb auf keinen Fall einen Scherbenhaufen anrichten wollen. Anders als 1974, als Gysi sich von seiner ersten Frau Jutta scheiden ließ und sich fortan als alleinerziehender Vater um seinen Sohn George kümmerte (arbeitet heute als TV-Produktionsleiter in Köln), bleibt seine 14-jährige Tochter Anna Genoveva jetzt bei der Mutter, soll ihren Vater aber regelmäßig sehen.

Ob inzwischen eine neue Liebe im Spiel ist, auf welcher Seite auch immer? Gregor Gysi lässt die Frage zunächst unbeantwortet. Ein enger Weggefährte kann auch nur rätseln: „Ich weiß es nicht, glaube aber, dass dem nicht so ist.“

Anzeichen für die privaten Sorgen, die Gysi in letzter Zeit mit sich herumgeschleppt haben muss, waren jedenfalls selbst seinem engeren Umfeld zunächst verborgen geblieben. „Dafür ist er Anwalt und Politiker genug, um sich das nicht auf den ersten Blick anmerken zu lassen“, sagt einer, der ihn gut kennt. „Im Nachhinein fällt natürlich schon auf, dass er in letzter Zeit etwas weniger humorig war als sonst üblich.“

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