Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Ein Piratenpartei-Hacker hat offenbar die Software für den elektronischen Personalausweis geknackt. Eine Lücke könnte die Installation von Schadsoftware erlauben.

Schon vor der Einführung zum 1. November gab es Streit um den elektronischen Personalausweis: Ist das neue Dokument sicher, wie das Bundesinnenministerium verspricht? Oder, so die Meinung von Kritikern wie dem Chaos Computer Club, ist der E-Perso für Bürger nicht dazu geeignet, sich über das Internet zu identifizieren?

Eine nun entdeckte Lücke scheint den Skeptikern recht zu geben: Hobby-Hacker Jan Schejbal von der Piratenpartei wies am Dienstag in einem Experiment nach, dass über die Aktualisierungsfunktion der Software schädliche Programme auf einen Personal Computer eingeschleust werden können. Der Personalausweis selbst wird von dem Hack allerdings nicht angegriffen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erklärte, man prüfe derzeit gemeinsam mit dem Hersteller der Software, ob der beschriebene Angriff durchführbar sei und welche Gegenmaßnahmen gegebenenfalls notwendig seien. "Sollte eine Schwachstelle in der Software bestehen, wird das BSI unverzüglich eine neue Version der Software bereitstellen und die Öffentlichkeit entsprechend informieren", heißt es in einer Stellungnahme.

Die Sicherheitslücke steckt nach Angaben von Schejbal in der Update-Routine der Software. Die AusweisApp baut zwar eine verschlüsselte Verbindung zum Update-Server des Bundes auf, überprüft allerdings nicht, ob das Verschlüsselungszertifikat tatsächlich von diesem Server kommt.

Über eine Manipulation der Netzwerk-Verbindung (DNS-Server) könnten aber Update-Anfragen der Software an den Bundes-Server auf einen beliebigen anderen Rechner mit einem gültigen Verschlüsselungszertifikat umgeleitet werden. Von dort könnten dann schädliche Programme auf den PC mit der AusweisApp gelangen. Diese Methode ist bei geschlossenen Netzwerken relativ aufwändig, kann allerdings bei öffentlichen W-Lan-Verbindungen recht problemlos eingesetzt werden.

Die Angaben Schejbals wurden von Experten des Fachportals heise.de bestätigt. Die Update-Routine führt diesen Schadcode auf dem PC zwar nicht aus. Allerdings lässt die Software zu, dass beliebige Dateien auf die PC-Festplatte geschrieben werden. Mit der AusweisApp können Besitzer des neuen Personalausweises Daten des Dokumentes in die digitale Welt übertragen, um beispielsweise Online-Einkäufe vorzunehmen oder Versicherungen abzuschließen.

SeitenURL :
Qr Code