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Bei 4487,18 Euro liegt der Minutenpreis seines neuen Polit-Talks im Ersten. Anne Will bekommt für Produktion und Moderation ihrer Sendung "nur" 3164 Euro pro Minute

 

Als bekannt wurde, dass Günther Jauch ab Herbst 2011 für das Erste am Sonntagabend eine politische Talkshow moderieren wird, beeilte sich die ARD mitzuteilen, die Verpflichtung des Lieblingsmoderators der Deutschen sei "kostenneutral". Das klang so, als handele es sich um ein Schnäppchen.

Nun meldet "Bild" unter Berufung auf ein Schreiben des WDR-Verwaltungsrats, dass Jauch pro Staffel 10,5 Millionen Euro für Produktion und Moderation bekommen wird. Nach Informationen des Abendblatts ist diese Zahl korrekt. Jauchs Vertrag läuft bis 2014, ist also auf drei Staffeln angelegt. Da eine Staffel aus 38 Sendungen à 60 Minuten zuzüglich einer "Best of"-Ausgabe besteht, liegt der Minutenpreis bei 4487,18 Euro. Das ist nun wirklich kein Schnäppchen. Nach einer Aufstellung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) liegt der Minutenpreis der bisher teuersten öffentlich-rechtlichen Talkshow 41,8 Prozent unter Jauchs geplantem Polit-Talk: Anne Will bekommt pro Minute 3164 Euro.

Zudem wird Jauch mit seiner Produktionsfirma I&U, wie es in Senderkreisen heißt, wohl weitere Sendungen für die ARD produzieren dürfen. Für den Fernsehjournalisten und Moderator ist das ein schöner Deal. Ob es auch ein gutes Geschäft für das Erste wird, ist noch keineswegs ausgemacht. Jauch hat schon lange nicht mehr als politischer Journalist gearbeitet. Kann er das überhaupt noch? Sein "Stern TV", dessen Moderation er für den Job bei der ARD aufgeben wird, ist allenfalls eine etwas bessere Boulevardsendung.

Aber Jauch ist der ARD lieb und teuer. Deshalb machten auch die "Gremlins", wie der Moderator die ARD-Gremien nannte, keinen Ärger: Am Dienstagabend stimmte nach dem NDR- auch der WDR-Rundfunkrat dem Vertrag zu - angeblich mit 30 Ja- und sechs Neinstimmen. Damit ist die Sache in trockenen Tüchern. NDR und WDR waren bei der Jauch-Verpflichtung federführend. Bezahlen müssen ihn aber alle ARD-Anstalten - und zwar entsprechend ihrer Finanzkraft.

Da das Engagement des neuen Gesichts des Ersten aber "kostenneutral" sein soll, können sich die Sender, durch Einsparungen im Gemeinschaftsprogramm, die ihnen entstandenen Kosten zurückholen. Wo genau gespart werden soll, ist derzeit offen. "Das ist weder abschließend beraten noch entschieden", sagt ein ARD-Sprecher. Das Programm des Ersten ab Herbst 2011 stehe ja noch gar nicht endgültig fest.

 

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