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Ab sofort gelten neue Gesetzesregeln für den Umgang mit Kreditinformationen. Wohl am wichtigsten: Auskunfteien sind verpflichtet, pro Jahr eine kostenlose schriftliche Datenübersicht anzubieten.

 

 

Die meisten Unternehmen praktizieren dies schon seit Längerem. Jetzt zieht auch Marktführer Schufa nach. Nach Angaben eines Schufa-Sprechers sind - über den Gesetzestext hinaus - sogar mehrere solcher Auskünfte pro Jahr gratis. Eine genaue Zahl sei nicht festgelegt.

Weitere rechtliche Neuerung ist, dass die Bundesbürger mehr Auskunftsrechte bekommen. Dies gilt sowohl für Auskunfteien als auch für jene Unternehmen, die Daten melden - Banken, Onlinehändler oder Telefonfirmen. Soll heißen: Jeder Betroffene darf nun für sich selbst Details abfragen, wenn es um historische und gegenwärtige Scoringwerte geht - also die kalkulierten Wahrscheinlichkeiten, dass der Kunde einen Kredit ordnungsgemäß zurückzahlt. Was nach wie vor fehlen darf, ist eine exakte Aufstellung, wie sich Ratings und Wahrscheinlichkeiten errechnen. Das gilt weiterhin als Geschäftsgeheimnis der Auskunfteien.

Das neue Gesetz nimmt auch die Banken und andere Vertragspartner von Auskunfteien an die Kandare. Es gibt nun erstmals Regeln, wann sie Meldungen rund um Zahlungsausfälle vornehmen dürfen. So genügt nicht die bloße Befürchtung, dass der Betroffene trotz Fälligkeit eine Zahlung verweigern wird. Es muss tatsächlich schon so weit sein. Außerdem sind jetzt einige Voraussetzungen definiert, von denen zumindest eine zusätzlich zutreffen muss. So hat die Forderung offiziell vorzuliegen, etwa durch Urteil oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Ab dem 1. April ist es außerdem für die Vertragspartner Pflicht, der Auskunftei innerhalb eines Monats mitzuteilen, wenn es nachträgliche Änderungen von Tatsachen gibt - insbesondere die Rückzahlung von Schulden. Eine weitere Änderung gilt, wenn ein Kredit abgelehnt wurde. Dann hat der Betroffene ein Recht darauf zu erfahren, wegen welcher Daten die Entscheidung gefallen ist. Hintergrund: Meist berechnen Banken einen internen Scoringwert, in den die Kalkulationen von Auskunfteien einfließen. Das blieb den Kunden aber bislang oftmals verborgen.

Andreas Grimme vom fränkischen Datenschutzspezialisten Demal hält gerade solche Neuerungen für eminent wichtig: "Erstmals gibt es Regeln für ein Scoring. Das war rechtlich gesehen bislang ein großes, schwarzes Loch."

Verboten ist nun, dass eine Meldung an Auskunfteien erfolgt, wenn sich ein Verbraucher lediglich nach Konditionen erkundigt hat. Solche Anfragen führten in der Vergangenheit des Öfteren dazu, dass sich das Scoring verschlechterte. Allerdings wurde diese umstrittene Praxis zumindest bei der Schufa schon vor einiger Zeit abgeschafft.

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