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Beim derzeit in Berlin stattfindenden 13. Europäischen Polizeikongress gab es Ärger für einen IT-Experten, der auch Mitglied des Chaos Computer Clubs ist.

Am gestrigen Vormittag war der im Auftrag seines Arbeitgebers zum Kongress angemeldete IT-Experte aus dem BCC am CCCAlexanderplatz eskortiert worden – offiziell wegen "Verstoßes gegen die Geschäftsbedingungen".

Wie der Behördenspiegel, Ausrichter der Polizeikongresses, nutzt auch der CCC das BCC für seine Tagungen. Auf dem 26C3 im Dezember hatte sich eine Gruppe "autonomer Hacker" angeblich daran gemacht, das Gebäude im Hinblick auf den später stattfindenden Polizeikongress zu verwanzen. Das behauptet zumindest ein etwas wirrer Eintrag auf Indymedia. "Von dieser Ankündigung hat sich der Chaos Computer Club nicht ausreichend distanziert", erklärte eine Sprecherin des Behördenspiegels den Vorfall. "Daher widerspricht die Anwesenheit eines CCC-Mitglieds unseren Geschäftsbedingungen."

Ein weiterer Vertreter des Behördenspiegels berief sich gegenüber heise online auf die Aussage des Vermieters, alle Räume im BCC seien technisch so ausgestattet, dass Gespräche aufgezeichnet werden können. Daher sei dem Veranstalter das Risiko zu hoch gewesen, dass sich der junge Mann ins System einhacken könnte, da parallel zum öffentlichen Kongress eine geschlossene Sitzung des Bundeskriminalamtes (BKA) in einem Raum stattfand. Auf dieser Sitzung unter Leitung von Patrick Voss-de Haan, IT-Leiter des BKA wurde über die "IT-Architektur für den künftigen Austausch von Polizeiinformationen in Europa" diskutiert.

Der Arbeitgeber des Betroffenen entwickelt im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Service Level Agreements für Sicherheitsspezifikationen, die beim Outsourcing beachtet werden müssen. Gegenüber heise online gab der verhinderte Besucher an, dass er bedingt durch seine Arbeit bereits mehrfach ohne Probleme sicherheitsüberprüft worden sei.

Gegen den Polizeikongress regte sich auch Protest: Eine Schar von nach Polizeiangaben 100 Demonstranten protestierte am Dienstagabend im dichten Schneetreiben vor dem Kuppelbau des BCC Berlin gegen das Treffen europäischer Sicherheitskräfte. Dabei wurde auch die zunehmende Praxis der Polizei kritisiert, in sozialen Netzwerken Daten zu sammeln. Redner forderten die Teilnehmer auf, auf kommerzielle E-Mail-Adressen zu verzichten und soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ zu boykottieren.

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