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Die angeschlagene Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd kommt voraussichtlich in ruhigere Fahrwasser.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte, gab der Lenkungsausschuss des staatlichen "Deutschlandfonds" grünes Licht für eine beantragte Bürgschaft in Milliardenhöhe. Zunächst befasse sich aber noch der zuständige Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch mit dem Fall. Auch die EU müsse der Bürgschaft noch zustimmen.

Den Plänen zufolge soll der Wirtschaftsfonds Deutschland gemeinsam mit der Stadt Hamburg zu 90 Prozent für Kredite in Höhe von 1,2 Milliarden Euro bürgen. Im Gegenzug müsse die Reederei in den kommenden drei Jahren Kosten in Milliardenhöhe einsparen, so das Ministerium weiter. Darüber hinaus müssten die Gesellschafter knapp 1,9 Milliarden Euro zur Stabilisierung des Unternehmens beitragen.

Freytag: Hapag-Lloyd hat die Rettung verdient

Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag (CDU) zeigte sich erleichtert über die Entscheidung des Lenkungsausschusses. Die Milliardenbürgschaft sei "eine richtige Entscheidung für den Standort Deutschland". Hapag-Lloyd habe die Rettung verdient, so der Senator. Die Reederei sei ohne eigenes Verschulden in den Strudel der internationalen Schifffahrtskrise geraten. Jetzt habe das Unternehmen wieder eine Zukunft.

Unternehmens-Zentrale soll verkauft werden

Um die Bürgschaft zu ermöglichen, hatten die Eigner der Reederei, der Touristikkonzern TUI aus Hannover und das Hamburger Konsortium "Albert Ballin", weitgehende Maßnahmen angekündigt. So beschloss die Hamburgische Bürgerschaft Mitte September, im Haushalt 2009 eine Sicherheitsleistung zugunsten des Traditionsunternehmens in Höhe von bis zu 540 Millionen Euro festzuschreiben. Vorgesehen ist unter anderem auch der Verkauf der Hapag-Lloyd-Firmenzentrale am Ballindamm, wodurch 150 Millionen Euro eingenommen werden sollen. Alle Immobilien des Unternehmens sind derzeit noch im Besitz der TUI.

Hapag-Lloyd auf Sparkurs

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge will Hapag-Lloyd allein im kommenden Jahr bis zu 900 Millionen Euro einsparen. Zuvor war nur von 600 Millionen Euro die Rede. Die zusätzlichen Sparmaßnahmen betreffen laut der Zeitung zum größten Teil den Schiffsbetrieb. Ein Personalabbau, der über die bereits beschlossenen Schritte hinausgehe, sei derzeit nicht geplant. Das Unternehmen will weiterhin unter anderem 120 der 1.100 Arbeitsplätze in Deutschland bis Ende 2010 streichen.

Hapag-Lloyd ist zu 43 Prozent in der Hand von TUI, die übrigen Anteile hält das Konsortium "Albert Ballin", zu dem neben der Stadt Hamburg der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die HSH Nordbank, die Versicherungen Hanse Merkur und Signal Iduna sowie die Privatbank M.M. Warburg gehören.

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