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24 Fehlermeldungen, das waren die letzten Lebenszeichen des Air-France-Airbus vor Brasilien.

Deshalb vermuten die Ermittler massive technische Probleme als Absturzursache. Jetzt wird bekannt: Der Hersteller Airbus hatte Air France vorgewarnt – ein Bauteil für die Geschwindigkeitsmessung sollte ausgetauscht werden.

Der Flugzeugbauer Airbus hat vor dem Absturz der Air France-Maschine in dieser Woche auf technische Probleme bei seinem Modell A330 hingewiesen. Der Konzern habe seine Kunden aufgefordert, ein Bauteil auszuwechseln, um Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung zu beheben, sagte am Samstag der Chef der französischen Untersuchungsbehörde für Luftfahrtunglücke, Paul Louis Arslanian.

Es sei jedoch noch zu früh zu sagen, ob die Probleme mit den Geschwindigkeitssensoren in irgendeiner Weise zu dem Unglück beigetragen hätten. „Einige der Sensoren sollten ausgewechselt werden“, sagte Arslanian. „Das heißt jedoch nicht, dass die (Air France) Maschine ohne die Ersatzteile schadhaft gewesen wäre.“

Das verunglückte Flugzeug habe zwischen 4.10 Uhr und 4.14 Uhr MESZ eine Reihe automatischer Warnmeldungen ausgesandt, ehe es verschwunden sei. Darunter sei eine gewesen, die widersprüchliche Geschwindigkeitsmessungen enthalten habe.

Dies sei jedoch gerade für den A330 keine außergewöhnliche oder noch nie dagewesene Nachricht gewesen, sagte Arslanian. Es sei sicher, mit dem A330 zu fliegen. Weltweit sind derzeit mehr als 300 Flugzeuge ähnlichen Typs wie die verunglückte Air-France-Maschine im Einsatz. Airbus wollte zu den Äußerungen Arslanians zunächst keine Stellung nehmen.

Am Donnerstagabend hatte der Hersteller eine Anweisung an Fluggesellschaften herausgegeben, wie sich Piloten bei Schwierigkeiten verhalten sollen. In der Nachricht an die A330-Kunden hieß es, Piloten sollten bei Problemen mit der Geschwindigkeitsanzeige das Tempo konstant halten. Airbus betonte jedoch, aus dem Schreiben könne nicht gefolgert werden, dass die Besatzung der Unglückmaschine Fehler begangen habe.

Beim Absturz des Airbus auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris waren in der Nacht zum Montag alle 228 Insassen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind offiziellen Angaben zufolge auch 28 Deutsche. Bislang ist es nicht gelungen, Teile der Unglücksmaschine zu bergen.

Bergungsmannschaften durchkämmen derzeit ein riesiges Gebiet rund 1100 Kilometer nordöstlich der brasilianischen Küste, in dem das Flugzeug Experten zufolge abgestürzt sein dürfte. Frankreich hat ein Atom-U-Boot mit hoch entwickelten Unterwasserschallgeräten in die Region entsandt, um bei der Suche nach der Black Box und versunkenen Wrackteilen zu helfen.

Da die Chancen gering sind, in den stark haiverseuchten Gewässern noch Leichen zu finden, konzentriert sich die Suche mittlerweile auf die Bergung von Trümmern. Nach Angaben aus Militärkreisen gehen die Suchmannschaften davon aus, dass ein Großteil des Flugzeugs mitsamt den Insassen versunken sein könnte, wenn die Maschine relativ intakt ins Meer gestürzt ist.

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