Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Ein anderer Wirkstoff als bisher angenommen macht die Räuchermischung „Spice“ zur riskanten Droge. Er wirkt sogar stärker als Cannabis.

Seit die Räuchermischung „Spice“ als cannabisähnliches Produkt entlarvt wurde, bemüht sich die Bundesregierung um ein Verbot nach dem Betäubungsmittelgesetz. Es soll bis Ende Januar in Kraft treten. Im Zuge des Prüfverfahrens haben Laboruntersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und des Bundeskriminalamts den Hauptwirkstoff der Kräuterdroge entdeckt: Es ist eine modifizierte Form des synthetischen Cannabinoids „CP-47,497“. Die Substanz weist strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Hauptwirkstoff der Cannabispflanze, dem Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) auf, besitzt aber eine vielfach höhere pharmakologische Potenz.

Suchtstoff nicht erkennbar

Das bisher als Wirkstoff genannte Aminoalkylindol „JWH-018“ konnten die Rechtsmediziner nur in wenigen untersuchten Proben in vergleichsweise niedriger Konzentration nachweisen. In anderen „Spice“-ähnlichen Kräutermischungen steckte „JWH-018“ allerdings als Hauptwirkstoff. Konsumenten können nicht erkennen, ob die Kräutermischungen synthetische, hochpotente Wirkstoffe enthalten.

 

Suchtpotenzial und Krebsrisiko

Die Rechtsmediziner warnen eindringlich davor, „Spice“ und vergleichbare Produkte zu konsumieren. Denn: Die hohe Wirksamkeit der synthetischen Cannabinoide sowie die ungleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe in den Kräutermixturen bergen das Risiko einer Überdosierung beim Rauchen der Mischungen. Die Experten gehen außerdem von einem Suchtpotenzial aus, das mindestens dem von Cannabis entspricht. Des Weiteren können sich durch die Umsetzung der Wirkstoffe im Körper toxische und potenziell krebserregende Stoffe bilden. Es besteht somit eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung für die Konsumenten.

Die Untersuchungsergebnisse erscheinen im „Journal of Mass Spectrometry 2008“, Band 45.

 

 

SeitenURL :
Qr Code