Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Die Bundesregierung will die Modedroge Spice noch im Januar verbieten. Das kündigte die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing am Dienstag in Berlin an

In den Kräutermischungen sei ein synthetisches Cannabinoid mit dem Namen JWH-018 gefunden worden. Es habe ähnliche Wirkung wie Cannabis (Marihuana oder Haschisch), wenn man es rauche.

"Nun ist bestätigt, dass die Modedroge Spice keine harmlose Kräutermischung für den Raumduft ist, wie es der Hersteller glauben machen wollte", erklärte Bätzing. Deshalb plant das Gesundheitsministerium, im Eilverfahren im Betäubungsmittelgesetz die Herstellung, den Handel sowie den Besitz zu verbieten. Das Verbot soll spätestens Ende Januar 2009 in Kraft treten.

"Das sofortige Handeln des Bundesministeriums für Gesundheit ist notwendig wegen des Ausmaßes der missbräuchlichen Verwendung und der unmittelbaren und mittelbaren Gefährdung der Gesundheit", erklärte Bätzing.

Drei Gramm für rund 30 Euro

Seit November war bereits das Bundesinstitut für Risikobewertung davon ausgegangen, dass der Konsum von Spice zumindest die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit beeinträchtigt, Maschinen zu bedienen. Offiziell gehandelt wird Spice als "Räuchermischung zum Beduften von Räumen". Entgegen den Empfehlungen wird es aber geraucht. Nach Händlerangaben kosten drei Gramm in den bunten, metallisch glänzenden Tütchen rund 30 Euro.

In der Szene ist Spice auch deshalb beliebt, weil es mit gängigen Tests nicht nachweisbar ist. Deshalb wird sie von Menschen bevorzugt, die sich regelmäßigen Drogentests unterziehen müssen, um ihren Führerschein wieder zu erhalten.

Vom Insiderprodukt zur Modedroge

Bätzing erklärte: "Wer diese Substanz konsumiert, gefährdet seine Gesundheit. Jeder Handel mit Spice und auch der Erwerb dieser Substanz werden verboten. Wer es trotzdem tut, macht sich strafbar!"

Die Drogenbeauftragte wies darauf hin, dass seit Wochen die Medien voll sind mit Berichten über die Kräutermischung. "Aus einem unbekannten Produkt für Insider, das es bereits seit Jahren gibt, ist so eine Modedroge geworden." Es habe sich gezeigt, dass die Medienberichterstattung auch werbewirksam sei, wenn sie warnen oder abschrecken wolle.

Bätzing geht davon aus, dass das Interesse an Spice nach Bekanntgabe des Verbots abnehmen wird. "Diese Kräutermischungen waren gerade deshalb so interessant, weil sie scheinbar legale Substanzen enthielten. Besonders die Cannabis-Konsumenten sahen darin eine legale Ausweichmöglichkeit." Zurzeit werde auch noch geprüft, ob ein Verkaufsverbot auch nach dem Arzneimittelgesetz beziehungsweise dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetz erlassen werden kann.

SeitenURL :
Qr Code