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Die Zwischenfälle bei Fahrkartenkontrollen der Bahn reißen nicht ab:

Diesmal hat ein Schaffner zwar keine Kinder aus dem Zug geschickt, dafür aber eine Mutter. Weil eine 53-jährige Frau aus Kassel die Tickets nicht entwertet hatte, mussten ihre drei Kinder im Alter von neun, elf und zwölf Jahren allein nach Bremen weiter fahren.

Die Frau habe sich kurz hinter Hude bei Oldenburg von sich aus an den Schaffner gewandt, sagte ein Sprecher der Bahn und bestätigte damit einen Bericht der Bremer Zeitung Kurier am Sonntag. Dieser habe ihr gesagt, sie solle die Fahrscheine beim nächsten Halt nachstempeln. Der Zug fuhr dann aber ohne sie weiter. Der Bahnsprecher bedauerte den Vorfall: "Das ist dumm gelaufen." Die Schuld wies die Bahn von sich. Der Kollege habe von den Kindern nichts gewusst. Der einzige Fehler des Schaffners sei gewesen, dass er die Frau habe nachstempeln lassen.

Eigentlich hätte er ein Bußgeld verlangen müssen. Dem Bericht zufolge wurde die Frau vom Schaffner "unwirsch genötigt", den Zug zu verlassen. Die Kinder wurden in Bremen von der Polizei in Empfang genommen. Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnete den Vorfall als "Unding". Der Rechtsexperte von Pro Bahn, Rainer Engel, macht die Bahn-Führung für das "fahrgastfeindliche" Verhalten ihres Personals verantwortlich. "Seit Anfang 2007 hat die DB den Fahrkartenverkauf in ihren Regionalzügen eingestellt und das Zugpersonal systematisch zur Jagd auf tatsächliche und vermeintliche Schwarzfahrer angesetzt", sagte er in einer Mitteilung.

Im Herbst hatten Schaffner drei Kinder aus Zügen der Bahn verwiesen, weil diese ohne Fahrkarten unterwegs waren.

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