Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Wenige Wochen nach der Übernahme des Festnetzbetreibers Arcor krempelt der Telekomkonzern Vodafone seine Struktur in Deutschland um.

 

Das Unternehmen teilt sein Geschäft in eine Firmen- und eine Privatkundensparte.

 

Das bestätigten unternehmensnahe Kreise der FTD. Das Unternehmen hat zurzeit einen Jahresumsatz von 9,9 Mrd. Euro und beschäftigt 15.000 Menschen. Für die Führung der Firmenkundensparte werben die Briten den bisherigen Chef von BT Deutschland, Jan Geldmacher, ab. Die Leitung des Geschäfts mit privaten Kunden übernimmt der bisherige Marketing-Geschäftsführer von Vodafone Deutschland, Frank Rosenberger.

Der 46-jährige Geldmacher ist ein ausgewiesener Experte für das Geschäft mit Firmenkunden. Seit April leitete der studierte Betriebswirt die Geschäfte der Deutschlandtochter der BT Group, vormals British Telecom. Allein im vergangenen Geschäftsjahr stieg der von ihm verantwortete Umsatz um 21 Prozent auf 1,01 Mrd. Euro. Die Firma ist spezialisiert auf international tätige Kunden, die komplexe Kommunikationsbedürfnisse haben. Zu ihnen zählt beispielsweise der Chemiekonzern BASF. In diesem Segment ist Vodafone dagegen bisher nur schwach vertreten.

Der Wechsel von Geldmacher ist ein deutlicher Beleg für den Wechsel des Geschäftsmodells von Vodafone. Jahrelang hatte der britische Konzern allein auf den Mobilfunk gesetzt und versucht, seinen Anteil an der ungeliebten deutschen Festnetztochter Arcor loszuwerden. Das änderte sich mit dem Boom der DSL-Internetanschlüsse. Inzwischen bemühen sich die Briten, in allen europäischen Märkten neben Mobilfunkverträgen auch Festnetzprodukte anzubieten.

Erst Mitte Mai hatte Vodafone daher die langjährigen Minderheitsaktionäre Arcors, Deutsche Bahn und Deutsche Bank, mit zusammen 474 Mio. Euro ausbezahlt. Nun wird die Tochter vollständig integriert. Die Trennung zwischen Festnetz- und Mobilfunkgeschäft wird aufgehoben. Damit hat sich Vodafone zum größten Wettbewerber der Deutschen Telekom aufgeschwungen und kann Firmenkunden nun einfacher kombinierte Angebote unterbreiten. Insgesamt hat der Konzern in Deutschland rund 35 Millionen Kunden. Beide Sparten sollen nach den Plänen von Fritz Joussen, Chef von Vodafone in Deutschland, getrennte Marketing- und Vertriebsleitungen erhalten. Das ist ohne weiteren Umbau der Geschäftsführung möglich: Der bisherige Vertriebsgeschäftsführer Gerhard Mayrhofer hatte erst Anfang April Vodafone verlassen - aus privaten Gründen.

Bei BT Deutschland übernimmt vom 1. September an Finanzchef Joachim Piroth kommissarisch die Führung der etwa 1400 Mitarbeiter. Über eine endgültige Besetzung des Postens haben die Briten noch nicht entschieden.

SeitenURL :
Qr Code