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Zum ersten Mal ist es zahlenmäßig erwiesen:

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sinkt mit dem Rauchverbot der Umsatz in Kneipen und Restaurants. So gingen die Einnahmen im ersten Quartal dieses Jahres noch stärker zurück als im durch die Mehrwertsteuer gebeutelten ersten Quartal 2007.

Jetzt ist es amtlich: Die Rauchverbote haben in Kneipen, Bars und Diskotheken in Deutschland zu deutlichen Umsatzrückgängen geführt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, setzte die getränkegeprägte Gastronomie im ersten Quartal preisbereinigt 4,6 Prozent weniger um als in den schlechten ersten drei Monaten 2007 nach der Mehrwertsteuererhöhung. Zum Quartalsende gab es in 14 Bundesländern Nichtraucherschutz-Gesetze. In der "speisegeprägten Gastronomie", also in Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben, gingen die Umsätze im ersten Quartal 2008 um real 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. 

Auch die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen Spuren des Nichtraucherschutzes: In Bundesländern mit Rauchverbot gingen die Umsätze der "getränkegeprägten Gastronomie" zwischen Oktober und Dezember 2007 um real 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Zur getränkegeprägten Gastronomie zählen unter anderem Schankwirtschaften, Discotheken und Tanzlokale, Bars und Bordelle. Diese Länder waren Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen. In Bundesländern ohne Rauchverbot lag der Rückgang bei 8,8 Prozent.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht indes durch die negative Entwicklung das Rauchverbot im Gastgewerbe nicht grundsätzlich in Frage gestellt: "Die Mehrzahl der Gäste schätzt das Rauchverbot beim Essen", sagte Julius Wagner vom Dehoga. Besonders in Einraumgaststätten seien die Umsätze jedoch noch stärker eingebrochen, als es die zusammenfassende Statistik des Bundesamtes zeige, kritisierte er. Der Verband forderte deshalb eine schnelle und dauerhafte Gerichtsentscheidung für Ausnahmeregelungen in Einraumgaststätten. "Die künftige Umsatzentwicklung dort hängt vom Verfassungsgericht ab", betonte Wagner.

Seit Jahren Umsatzeinbußen

Die Zahlen für das erste Quartal 2008 enthalten noch hohe Schätzanteile. In der speisegeprägten Gastronomie war der Unterschied bei der Umsatzentwicklung zwischen Bundesländern mit und ohne Nichtraucherschutz-Gesetzen nicht so ausgeprägt.

Dehoga-Sprecher Wagner zufolge leidet die Gastronomie in Deutschland jedoch bereits seit Jahren an Umsatzeinbußen. Gründe seien neben dem Rauchverbot vor allem die gestiegene Mehrwertsteuer, höhere Bierpreise und die wachsenden Energiekosten.

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