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Nach der Niederlage in North Carolina und dem knappen Sieg in Indiana muss Hillary Clinton aussteigen.

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten kann sie nicht mehr gewinnen. Je länger sie dabei bleibt, desto mehr schadet sie Barack Obama – und hilft John McCain. 

Es ist vorbei. Der Wettstreit um die Nominierung der Demokraten ist endlich entschieden. Auch wenn Hillary Clinton, noch in ihren Ehrgeiz und die Schimäre vom „Weg ins Weiße Haus“ verkrallt, es nicht zugeben kann: Ihre herbe Niederlage in North Carolina und der denkbar knappe Sieg in Indiana bedeuten unwiderlegbar, dass die übrigen Urwahlen und die dort vergebenen Delegierten das Blatt nicht mehr für sie wenden können.

Barack Obama hat mehr Delegierte und Wählerstimmen gesammelt, die Hillary gebraucht hätte, um zu begründen, warum sie im Rennen bleibt. Von heute an zählen nicht mehr die Wähler, sondern die Superdelegierten allein. Ihnen muss Hillary Clinton glaubwürdig erläutern, warum sie in den kommenden beiden Wochen in West Virginia, Kentucky, Oregon ohne jede Chance zu siegen antreten will. Mit dem einzigen Effekt, Barack Obama zu schwächen, zu erniedrigen, Kraft und Geld zu verschwenden – zugunsten von John McCain.

Die Clintons hatten es sich nach den miserablen drei Wochen, während der sich Obama in der Defensive gegen sein „Pastorgate“ aufrieb, so schön ausgerechnet: Hillary, so dachten sie, könnte Indiana mit großem Vorsprung und sogar North Carolina knapp gewinnen. Obamas Selbstdemontage gab Hillary sichtbar Energie und neuen Mut; je müder und gereizter ihr Rivale wirkte, desto souveräner trat sie auf.

Er kriegt fast alle Wähler unter dreißig

Doch nun beweisen die Wahlergebnisse, dass Obama seine Krise überwunden hat und von den Wählern nicht oder nur milde bestraft wurde. Er gewann nicht nur mehr als 90 Prozent der schwarzen Stimmen, dazu fast jeden Wähler unter dreißig, die Gebildeten und Besserverdienenden, er schlug sogar Breschen in Hillarys Domäne der weißen Geringverdiener und Älteren. Obama hatte sich volkstümlicher gegeben, seine nette Familie eingespannt, von Hillary gelernt.

Er ist bis auf weniger als 200 Delegierte an die für die Nominierung nötige Zahl herangekommen. Er braucht Superdelegierte, die in den nächsten Tagen ihr Gewicht auf seine Seite werfen und den kräfteraubenden, finanziell ruinösen Wettkampf entscheiden.

Barack Obama betonte in seiner Ansprache am Wahlabend die Einigkeit der Partei und die Solidarität mit Hillarys politischen Positionen. Er gratulierte gar zu ihrem Sieg in Indiana, der im Laufe des Abends immer knapper wurde und sogar gefährdet schien.

Plant Clinton die Zündung der "Atombombe"

Zu Großherzigkeit kann sich Hillary noch nicht aufraffen. Doch bald wird sie es müssen. Denn es geht ihr das Geld aus, gleiches gilt für die Geduld der Superdelegierten und somit die Argumente zum Weitermachen.

Es heißt, Hillary Clinton plane für den 31. Mai die Zündung der „Atombombe“. Will sagen, sie werde in der Sitzung des Regelausschusses der Demokraten verlangen, dass die Delegierten von Florida und Michigan aus ihrer Verbannung befreit werden und auf dem Parteitag zählen. Es versteht sich, dass sie in beiden Staaten die meisten Delegierten errang.

Bisher hatte sich Barack Obama verbeten, die Regeln nachträglich zu ändern. Nun könnte es sein, dass er einem Kompromiss zustimmt. Er braucht sie nicht mehr zu fürchten. Vielleicht stimmte er sogar einem Kandidaten-Gespann im Geiste der Versöhnung mit Hillary für die Vizepräsidentschaft zu. Sollte sich Hillary freilich zu einem selbstmörderischen Endkampf bis zum Parteitag entschließen, mit verbrannter Erde und gespaltener Partei, stünde nur ein Wahlsieger fest: John McCain.

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