Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Sinkende US-Nachfrage - Auch Goldpreis fällt

 

Wegen sinkender US-Nachfrage ist der Ölpreis so stark wie wie seit 17 Jahren nicht mehr gefallen. Ein Barrel Rohöl verbilligte sich um über acht Dollar. Für deutsche Autofahrer bedeutet das kurz vor Ostern gute Nachrichten: Die Benzinpreise sinken.

 

Laut Analysten von JBC aus Wien handelt es sich um den deutlichsten Einbruch des Ölpreises seit Januar 1991. Am Abend stand der Preis für das Barrell (159 Liter) bei 100,75 Dollar, der tiefste Stand im Handelstag lag bei 98,65 Dollar. Am vergangenen Montag hatte Öl mit 111,80 Dollar einen Rekord erreicht. Seitdem sind die Preise rund zehn Prozent gefallen.

Benzinpreise sinken

Für deutsche Autofahrer bedeutet das leichte Entspannung an den Tankstellen, denn die Benzinpreise sind zu den Ostertagen etwas gesunken. Tankende mussten am Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt 1,41 Euro für einen Liter Benzin und 1,33 Euro für Dieselkraftstoff bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg und Bochum mit. In der vergangenen Woche waren die Preise um zwei bis drei Cent höher und dicht an ihren Rekordwerten. Das Preisniveau ist jedoch nach wie vor relativ hoch. Die vorübergehende Entspannung führten die Sprecher auf die rückläufigen Preise auf den internationalen Rohölmärkten zurück.

Nach Angaben der US-Energiebehörde ist der Ölverbrauch der USA in den vergangenen vier Wochen um 3,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesunken. Der Benzinabsatz fiel um 1 Prozent, wie es hieß. Damit zeichnet sich ab, das die Abschwächung der US-Konjunktur tatsächlich den Energieverbrauch des Landes eindämmen könnte. Die USA sind der größte Energieverbraucher der Welt. Ein Nachfrageeinbruch dort könnte auch die Ölpreise im Rest der Welt beeinflussen. Neue Daten über 22.000 Neuanmeldungen zum Bezug von Arbeitslosengeld innerhalb einer Woche beflügelten die Sorgen vor einer Rezession.
Ende des Preisbooms?

Auch der Goldpreis sank deutlich auf etwa 920 Dollar. Damit lag er weit unter dem Höchststand von 1032 Dollar, den er vor wenigen Tagen noch erreicht hatte. Gold war zuletzt unaufhaltsam gestiegen. Erst vor wenigen Wochen hatte es sein fast 30 Jahre altes Allzeithoch von rund 850 Dollar übersprungen und war danach über die 1000-Dollar-Marke geklettert. Zuletzt hatte der schwache Dollarkurs den Ölpreis in die Höhe getrieben: Investoren sahen Sachwerte wie Öl oder Gold als sicheren Hafen für ihr Kapital und kauften sich dort ein, was den Preis beflügelte. Fakten wie steigende Ölbestände und Gefahren für die Konjunktur setzten sich nicht gegen diesen Markttrend durch.

Angesichts voller Benzinlager in den USA und einer guten Ölversorgung der Märkte mehren sich nun die Stimmen, die ein Ende des Ölpreisbooms für möglich halten. So veröffentlichte zum Beispiel die HSH Nordbank eine Analyse, nach der die Ölnotierungen auf dem aktuellen Niveau fundamental kaum zu rechtfertigen sind. Die OPEC habe den Output in den letzten Monaten deutlich erhöht und in den Nicht-OPEC-Staaten hätten mehrere neue Projekte ihren Betrieb aufgenommen oder würden dies in den kommenden Monaten tun. Zudem grassiert die Angst vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung, der die Nachfrage nach Öl dämpfen würde.

SeitenURL :
Qr Code