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Der Ölpreis ist auf ein neues Allzeithoch gestiegen: In New York kostete ein Barrel fast 110 Dollar.

 

Die Ursache für den jüngsten massiven Preisanstieg sehen Analysten in vermehrten Spekulationen. An den realen Rahmenbedingungen habe sich nichts geändert.

 

Der US-Ölpreis hat am Dienstag nach der rasanten Rekordjagd vom Vortag ein neues Allzeithoch erreicht: Fast 110 Dollar kostete zuletzt ein Barrel Rohöl. Zum Wochenstart war der US-Ölpreis in der Spitze bis auf den Rekordwert von 108,20 Dollar gesprungen.

Fluggesellschaften erhöhten ihre Treibstoffzuschläge. Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland zogen zu Wochenbeginn an. Die Lufthansa hatte am Montag angekündigt, den Kerosinzuschlag für Flüge in Europa ab 13. März um drei Euro auf 17 Euro pro Flugstrecke zu erhöhen. Für Langstrecken lässt die Lufthansa den Zuschlag bei 77 Euro.

Die zum Lufthansa-Konzern gehörende Schweizer Fluggesellschaft Swiss zog am Dienstag nach und erhöhte die Treibstoffzuschläge im Langstreckenverkehr auf 144 Franken (91 Euro) und bei Europaflügen auf 36 Franken. In Deutschland stieg der Benzinpreis zu Wochenbeginn, blieb aber noch unterhalb früherer Höchstmarken. Ein Liter Benzin kostete demnach laut Shell rund 1,43 Euro, ein Liter Diesel 1,34 Euro.

Der jüngste Höhenflug des Ölpreises steht nach Einschätzung von Experten in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Nachfrage auf den Weltmärkten. Vielmehr sähen spekulationsorientierte Anleger die Ölmärkte immer stärker als eine lukrative Anlagemöglichkeit, sagte der Rohstoffexperte Mark Pervan von der australischen ANZ Bank in Melbourne. Besonders große Fondsgesellschaften hätten sich immer stärker an den Rohstoffmärkten engagiert und so die Preise getrieben. Pervan wollte eine Fortsetzung der Rekordjagd nicht ausschließen.

Spekulation auf schwachen Dollar

Die Anleger spekulierten, dass die US-Notenbank nach schlechten Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt die Zinszügel am 18. März weiter lockert und damit der Dollar noch schwächer wird. Marktkenner gehen davon aus, dass Großanleger seit Wochen Vermögen in Sachwerten wie Öl anlegen, um dem Wertverfall des Dollars zu entgehen. Eine Dollar-Erholung scheint vorerst nicht in Sicht. Ein weiter fallender Dollar könnte zu noch höheren Ölpreisen führen. Mit dem jüngsten Anstieg verteuerte sich Rohöl um mehr als 20 Dollar je Barrel in einem Monat.

Hoffnung auf Preisentlastung gibt es kaum: Die Internationale Energie-Agentur in Paris veröffentlichte eine Studie, wonach beim weltweiten Ölverbrauch trotz erster Abkühlung der Konjunktur kein Rückgang zu erwarten ist. Eventuelle Verbrauchseinschränkungen in den USA oder Europa würden durch höhere Nachfrage aus China oder Indien ausgeglichen.

Auch Gold wird teurer

"Die Sorgen vor der Inflation sind sehr groß. Hedgefonds verkaufen Aktien und kaufen Rohstoffe, speziell Öl und Gold, weil der Dollar sich abschwächt", sagte ein Analyst. Der Goldpreis kletterte bis auf 985 Dollar je Feinunze. Gegen Mittag lag er bei 981,40 nach 974,10 Dollar im späten US-Handel.

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