Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Deutschlands Unternehmen haben ihre Exporte im vergangenen Jahr deutlich steigern können - nur nicht nach Amerika.

 

Der hohe Euro-Kurs verdarb den Exporteuren einige Geschäfte im Dollar-Raum. In diesem Jahr sollen die Ausfuhren der hiesigen Unternehmen unter dem Strich dennoch weiter steigen.

 

Der starke Euro und die Finanzkrise haben den Exporteuren das US-Geschäft zuletzt erschwert. Der Umsatz auf dem Auslandsmarkt sank 2007 um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Am Jahresende verschärfte sich der Abwärtstrend noch: Im vierten Quartal gab es ein Minus von 12,9 Prozent.

"Zum einen leiden unsere Exporte unter der schlechten Konjunktur in den USA, zum anderen verteuert der hohe Eurokurs unsere Ausfuhren in den Dollarraum spürbar", sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA). 2007 hatte der Euro gegenüber dem Dollar um rund 10 Prozent aufgewertet. Darunter litten besonders die Auto-, Luft- und Raumfahrtindustrie.

Börner fürchtet, dass die deutschen Exporteure in den nächsten Monaten weitere Gescvhäfte in Amerika verlieren werden. Das liege zum Großteil an der schwächeren US-Konjunktur. Aber auch an der Euro-Stärke; zuletzt bekam Europas Gemeinschaftswährung noch einen weiteren Schub und ist jetzt mit rund 1,52 Dollar so teuer wie nie zuvor.

Bremsspuren hinterließ der starke Euro auch im Handel mit anderen Ländern, die nicht zur EU gehören. Die Ausfuhren dorthin wuchsen zwar um 4,1 Prozent auf 341,5 Milliarden Euro. In die Euro-Staaten aber legten die Exporte dagegen fast drei Mal so schnell zu: Sie stiegen um gut 11 Prozent auf 627,5 Milliarden Euro. Die gesamten Ausfuhren kletterten um 8,5 Prozent auf den Rekordwert von 969 Milliarden Euro. Deutschland wurde damit das fünfte Jahr in Folge Exportweltmeister, gefolgt von China. Für 2008 rechnet der BGA nun mit 5 bis 6 Prozent Exportwachstum - trotz des gerade erst aufgestellten Exportrekords.

Wichtigster Auslandsmarkt für deutsche Unternehmen bleibt mit großem Abstand Frankreich. Gut jeden zehnten Euro setzen die Exporteure inzwischen dort um. 2007 wurden Waren im Wert von fast 94 Milliarden Euro ins Nachbarland geliefert. Auf Platz zwei folgen die USA mit mehr als 73 Milliarden Euro, vor Großbritannien mit 71 Milliarden Euro.

Der am schnellsten wachsende Markt für die Exporteure war erneut Russland. Die Ausfuhren stiegen um ein Fünftel auf 28,2 Milliarden Euro. "Dank steigender Rohstoffeinnahmen ist bei den Russen das Geld für Einkäufe in Deutschland da", sagte BGA-Experte Jens Nagel. 

SeitenURL :
Qr Code