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Vorläufige Bilanz des Orkantiefs "Emma": Zwei Tote, mehrer Verletzte, ein ICE raste gegen einen Baum - und Schaden in Millionenhöhe.

Meteorologen warnen, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Die Feuerwehr rät, vor allem Wälder zu meiden.

Feuerwehren und Polizei waren vor allem im Westen und Süden im Dauer-Einsatz: "Emma“deckte Häuser ab, riss Bauzäune oder Schilder heraus und führte zu Stromausfällen. In Süddeutschland gab es zudem am Samstag, dem
meteorologischem Frühlingsanfang, heftige Hagelschauer, Schnee, Gewitter und Überschwemmungen. Wind und Regen können im Laufe des Tages nach Angaben von Meteorologen in einigen Regionen noch zunehmen. Experten sagten auch eine Sturmflut für den Abend voraus.

Baum stürzt auf ICE

Ein 58 Jahre alter Mann wurde bei Wissen im Westerwald in einem Auto von einer über 30 Meter hohen Fichte erschlagen. Der 20-jährige Fahrer und zwei weitere Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Bei Oberpfaffenhofen (Bayern) wurde ein Motorrollerfahrer von einer Böe erfasst und auf die Gegenfahrbahn gedrückt. Dort prallte er mit einem Lastwagen zusammen und starb. Ein Reisebus mit Touristen kippte auf dem Weg zum Münchner Flughafen in eine Böschung. Sechs Insassen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. In Rheinland-Pfalz prallten Fahrzeuge gegen Bäume auf Straßen; zwei Fahrer erlitten Blessuren. Eine Fichte verletzte eine Autofahrerin im Sauerland schwer.

Beim Aufprall eines ICE-Zuges auf einen umgestürzten Baum in Brühl bei Bonn wurden mehrere Menschen verletzt. Der Zug entgleiste aber nicht. Der Sturm erreichte in Nordrhein-Westfalen Geschwindigkeiten bis 135 Stundenkilometer. Umgestürzte Bäume legten nach Bahnangaben die Strecken zwischen Dortmund und Hannover, Leipzig und Dresden, Münster und Osnabrück sowie zwischen Koblenz und Köln lahm.

Das örtliche Geschehen sei teilweise „dramatisch“, sagte Jörg Kachelmann vom Wetterdienst meteomedia. „Emma“ sei aber "nicht so großflächig wie "Kyrill““. "Kyrill“ hatte mit Geschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. 47 Menschen starben, elf davon in Deutschland. Der Deutsche Feuerwehrverband warnte davor, Wälder an diesem Wochenende zu betreten. Für den Tagesverlauf gelten die Sturmwarnungen weiter, betonte der Deutsche Wetterdienst.

Dauereinsatz für Polizei und Feuerwehr in Bayern: "Wir sind von der Masse der eingehenden Meldungen geradezu erschlagen worden“, hieß es bei der Nürnberger Polizei. Umgekippte Bäume, herumfliegende Gegenstände und Hagel behinderten den Verkehr auf Bundesstraßen und Autobahnen im Freistaat. Auch am Münchner Flughafen kam es zu Verspätungen. Zwischen München und Salzburg wurde der Bahnverkehr eingestellt. Von Millionenschäden sprach die Polizei im Landkreis Schweinfurt.

Der Damen-Slalom beim alpinen Ski-Weltcup im Bayerischen Wald wurde abgesagt. Meteomedia meldete Windspitzen von 222 Stundenkilometern auf dem Wendelstein. In Franken und der Oberpfalz traten nach starken Regenfällen Flüsse über die Ufer.

In Teilen Baden-Württembergs hagelte es so heftig, dass der Streudienst anrücken musste. "Man konnte nicht mehr fahren“, sagte ein Polizeisprecher. Die Katamaran-Bodenseefähren blieben im Hafen.

Umfallende Bäume kappten in mehreren Bundesländern Stromleitungen. Am Frankfurter Flughafen fielen durch den Sturm zahlreiche Flüge aus. Bundesländer wie Sachsen und Thüringen kamen glimpflich davon.

Auch die Küstenregionen meldeten zunächst keine größeren Schäden. In
Nordrhein-Westfalen hielten sich die Schäden nach ersten Bilanzen in Grenzen. Der Sturm hat nach Angaben von Polizei und Feuerwehr deutlich weniger verheerend geblasen als „Kyrill“ im Januar 2007.

Aus Sorge vor einem zweiten Orkan "Kyrill“ waren bereits am Freitag Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart wurde abgesagt. Thomas Gottschalks Samstagabendshow "Wetten, dass..?“ in Halle an der Saale musste von der Innenstadt auf das Messegelände verlegt werden. In Großbritannien hatten sich bereits am Freitagabend mindestens zwei Menschen durch Böen verletzt. 

 

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