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Erfolgsgeschichte Google+: Das neue Netzwerk hat schon 90 Millionen Mitglieder. Doch nicht jeder neue User ist freiwillig bei Google+. Wer sich bei YouTube oder einem anderen Dienst des Suchriesen anmeldet, wird automatisch auch Mitglied bei Google+.

Wer ein Video zu YouTube hochladen möchte, muss bei der Google-Tochter angemeldet sein. Ist das noch nicht geschehen, kann man das schnell nachholen. Man wird auf eine Anmeldeseite(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) geleitet und muss hier seine Daten eingeben. Das war schon immer so. Neu ist: Jeder User wird dabei automatisch mit einem Profil beim neuen Online-Netzwerk Google+ beglückt.
Profil wird automatisch angelegt

"Ihr Google-Konto umfasst mehr als nur YouTube", heißt es auf der neuen Anmeldeseite. "Chatten, teilen, planen, speichern, organisieren, zusammenarbeiten, entdecken und erstellen" - das alles sei nun mit einer einzigen Anmeldung möglich. Für alle Google-Dienste von Google-Mail bis hin zu YouTube sei nur noch ein einziger Nutzername nötig. Dass automatisch gleich auch ein Profil bei Google+ angelegt wird, darauf weist der Text nicht hin.

Google+ ist seit gut einem halben Jahr im Netz und erfreut sich Google zufolge großer Beliebtheit. Innerhalb der letzten drei Monate hätten sich die Mitgliederzahlen mehr als verdoppelt, erklärte Google-Mitbegründer Larry Page kürzlich bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) des 
kalifornischen Suchkonzerns. Google+ habe mittlerweile 90 Millionen Mitglieder - eine Zahl, die Page nicht ohne Stolz verkündete.

Wie aktiv sind Google+Mitglieder?

Doch die Erfolgsgeschichte bekommt bereits die ersten Risse. So etwa bei der Frage, wie aktiv die Nutzer im neuen Netzwerk sind. Page zufolge würden sich sechzig Prozent der Mitglieder mindestens einmal pro Tag mit ihren Zugangsdaten einloggen. Facebook-Nutzer sind im Durchschnitt weniger aktiv. Nur die Hälfte aller Mitglieder schaut täglich im weltgrößten Online-Netzwerk vorbei.

Doch Googles Zahlen haben einen Haken. Offenbar wurde jede Aktivität berücksichtigt, die bei Google für angemeldete Nutzer möglich ist - von der simplen Suche über das Anschauen von Videos bis hin zum Abfragen von E-Mails. Wie viele Google+-Mitglieder zwischendurch auch einen Abstecher in ihr Netzwerk machten, wurde nicht gesondert ermittelt, musste Google auf Nachfrage des US-Magazins "Ars Technica" zugeben. 

Neue Anmeldung schon seit November

Auch die Verdoppelung der Mitgliederzahlen sei laut "Ars Technica" mit Vorsicht zu genießen. Sie sei zu einem großen Teil auf das neue Anmeldeverfahren zurückzuführen. Tatsächlich wurde das Verfahren für US-Nutzer bereits im November letzten Jahres eingeführt. Das sei die erste größere Änderung am Anmeldeverfahren seit sieben Jahren gewesen, sagte Google.

Man habe den Nutzern damit eine schnelle Möglichkeit an die Hand geben wollen, sich ein Konto einzurichten, von dem aus man auf alle Google-Dienste zugreifen könne, erklärte Google. Dass dadurch gleichzeitig auch ein Profil bei Google+ eröffnet wird und die Mitgliederzahlen des Netzwerks dadurch wesentlich schneller steigen als unter dem alten Anmeldeverfahren, ist offenbar ein Nebeneffekt, den man bei Google nicht gerade ungern sieht.

"Anmeldeverfahren schönt Statistik"

Im Netz wird die Taktik, jeden neuen Google-Nutzer mit einer Zwangsmitgliedschaft bei Google+ zu beglücken, zwiespältig beurteilt - zum Beispiel in den Leserkommentaren des US-Technologie-Blogs TechCrunch. Das sei nur ein billiger Trick, um die Nutzerstatistik zu schönen, sagen die einen. Andere halten die Vorgehensweise für legitim, weil man das automatisch angelegte Google+-Profil jederzeit auch wieder löschen könne.

Etliche User haben sich Tricks überlegt, wie man das neue Verfahren aushebeln könnte. Das automatisch eingerichtete Profil setzt ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Wer sich jünger mache, erhalte bei der Anmeldung somit auch kein Zwangsprofil. Für deutsche Nutzer gibt es derzeit noch die Möglichkeit, sich bei Google mit dem alten Webformular anzumelden - vorausgesetzt man weiß, wo es zu finden ist.

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