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Diese Entwicklung verfolgen die Gewerkschaften mit großer Skepsis. Die Leiharbeits-Branche hat immer größeren Zulauf und verzeichnete zuletzt einen rasanten Anstieg: Mehr als 13 060 Menschen waren Ende letzten Jahres bei den mittlerweile rund 100 Düsseldorfer Leiharbeitsfirmen unter Vertrag. Das sind fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Jetzt schlägt vor allem die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Alarm.

„Ihre guten Bilanzen haben die Unternehmen zum Teil auf dem Rücken der Leiharbeiter erwirtschaftet. Der Preis dafür ist hoch: Leiharbeiter haben mit schlechteren Arbeitsbedingungen zu kämpfen und werden wesentlich schlechter bezahlt“, betont NGG-Geschäftsführer Dieter Schormann.

Neben der Metall-, Elektro- und Logistik-Branche sind vor allem viele Leiharbeiter in der Lebensmittelproduktion und der Gastronomie beschäftigt. Von der Fleischindustrie bis hin zu Großküchen und Kellner-Jobs: Zeitarbeiter seien schon lange nicht mehr die ‚schnelle Eingreiftruppe’, die nur zum Abpuffern von Produktionsspitzen eingestellt werde. Stattdessen setzten immer mehr Unternehmen auf Leiharbeiter und Werkverträge, um eine bessere Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen zu unterlaufen. Etliche von ihnen bekämen gerade mal fünf Euro pro Stunde.

„Wir brauchen einen Mindestlohn, von dem man leben kann. 8,50 Euro pro Stunde ist das Minimum. Bei den niedrigen Stundenlöhnen, die heute gezahlt werden, ist klar, dass immer mehr Beschäftigte in Düsseldorf tief in die Armutsfalle tappen“, so Schormann. Niedriglöhner müssten schon heute ihr Einkommen aufstocken: „Für sie ist Hartz IV im Rentenalter vorprogrammiert. Und die Kosten dafür zahlen wir alle.“

Schwarze Schafe

Bei der Agentur für Arbeit sieht man es so: Natürlich gäbe es in der Zeitarbeits-Branche, wie eben in vielen anderen auch, einige schwarze Schafe, aber auch Betriebe, die sich einen guten Namen dadurch gemacht haben, dass sie ihr Leih-Jobber später in Festanstellungen vermittelt haben. Im Juli waren für den Bezirk der Arbeitsagentur Düsseldorf 2700 offene Stellen gemeldet, 25 Prozent davon für befristete Jobs.

Derweil melden die Leiharbeitsfirmen in der Landeshauptstadt weiter einen hohen Einstellungsbedarf. „Die Nachfrage nach neuen Kräften in der Zeitarbeits-Branche ist in der Tat ungebrochen hoch“, sagte Petra Neu von der Agentur für Arbeit.

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