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Er war der Saxofonist an der Seite von Bruce Springsteen, am Sonnabend ist Clarence Clemons mit 69 Jahren gestorben.

Clarence Clemons

Es war der 3. Juli 2009, ein wundervoll warmer Tag, als Clarence Clemons, Saxofonist der E Street Band, zum letzten Mal auf einer deutschen Bühne stand. Oder besser gesagt, saß, denn zwischen seinen Soli musste sich der "Big Man", wie ihn sein Boss Bruce Springsteen stets nannte, immer mal wieder auf einen bereitgestellten Barhocker setzen. Auch in der rappelvollen Commerzbank Arena in Frankfurt, wo 50 000 Fans nicht nur Springsteen feierten, sondern ebenso ihn: Clarence Clemons, den gar nicht so heimlichen Star der E Street Band. Ein sanfter Riese, 1,94 Meter groß, der schon damals gesundheitliche Probleme hatte. Mal waren es die Augen, dann der Rücken. Immer wieder musste er Konzerte ausfallen lassen, er wankte, aber er fiel nicht. Und auch wenn er sich auf der Bühne kaum noch bewegte, auch wenn seine Soli nicht mehr die unbändige Kraft der frühen Jahre hatten, seine Erscheinung, seine Aura machte ihn zum unersetzlichen Teil der Band. Als unerschütterlicher Fels in der Brandung schien er stets als Mann, auf den unbedingt Verlass ist - musikalisch wie menschlich.

"The biggest man you've ever seen" ("Den größten Mann, den Ihr je gesehen habt"), nannte ihn Springsteen, wenn er gegen Konzertende seine Musiker vorstellte. Und er meinte damit nicht nur Clemons' körperliche Größe. "Do I have to say his name?" ("Muss ich seinen Namen sagen?"), brüllte der Boss, natürlich musste er das nicht.

1942 in Norfolk/Virginia geboren, bekam der Sohn eines Fischhändlers mit neun Jahren sein erstes Saxofon. Beeinflusst vom Sound des großen Blues- und Soul-Saxofonisten King Curtis schloss er sich später verschiedenen Bands an, bis er 1971 Bruce Springsteen traf und ein Jahr darauf am ersten Springsteen-Album "Greetings From Asbury Park, N. J." mitwirkte - als Gründungsmitglied der E Street Band. Der Beginn einer großen Männerfreundschaft, die vier Jahrzehnte überdauerte. Auch andere Mitglieder der Band wie Stevie Van Zandt, Garry W. Tallet oder Max Weinberg sind untrennbar mit Springsteens Geschichte verbunden, doch mit Clemons schien da immer mehr zu sein. So als wären die beiden nicht nur Freunde, sondern Blutsbrüder. Blood Brothers, über die es im gleichnamigen Springsteen-Song heißt: "We stood side by side, each one fightin' for the other. We said until we died we'd always be blood brothers".

Am 18. Juni ist Clarence Clemons mit 69 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Zwar mag die E Street Band ohne ihn weiter existieren, doch die Lücke, die er hinterlässt, wird nicht zu schließen sein.

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