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Er ist aktuell wohl der meistgehasste Deutsche: Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführer-Gewerkschaft GDL. FOCUS Online begab sich auf Spurensuche nach dem Hardliner - und wurde in Leipzig fündig.

Claus Weselsky – GDL-Chef und Streik-Führer – muss sich fühlen wir ein vorverurteilter Verdächtiger. Das öffentliche Urteil über ihn ist längst gesprochen. Klar, unmissverständlich und gegen den Angeklagten.

Spätestens jetzt, wo er zum längsten Bahnstreik in der Geschichte Deutschlands aufgerufen hat. 98 Stunden lang will er mit seiner Kampfgewerkschaft GDL Deutschland lahmlegen. Der Deutsche Claus WeselskyGewerkschaftsbund ist schockiert, selbst die SPD bezeichnet den neuen Streik als maßlos.  

Der Mann hat den Zorn von Millionen Bahnreisenden auf sich gezogen, weil er als Vorsitzender der Lokführer-Gewerkschaft GDL für die aktuelle Streik-Welle verantwortlich ist.

Ärger vor der eigenen Haustür

Weselskys Kampf hat viel Ärger hervorrufen - sogar direkt vor seiner Haustür im Leipziger Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld, nur wenige hundert Meter vom Leipziger Hauptbahnhof entfernt.

"ZumGlückhabe ich in den letzten Tagen keine schlechten Erfahrungen mit der Bahn gemacht", sagt ein Mann aus Weselskys Straße. "Sonst würde ich jetzt da rüber gehen, klingeln und ihm mal richtig die Meinung sagen."

Im wahrsten Wortsinn ein „harter Hund“

Doch selbst das würde Weselsky wahrscheinlich nicht interessieren. Denn die Bezeichnung „harter Hund“ ist für ihn fast noch untertrieben. Der Chef der Lokführer-GewerkschaftGDLsieht sich gern als der kompromissloseste Arbeiterführer Deutschlands.

Dass Millionen Bahnreisende wegen ihm stundenlang auf zugigen Bahnsteigen warten müssen? Egal. Dass ihm Politiker und selbst die größere Bahngewerkschaft EVG Machtgelüste unterstellen? Interessiert ihn nicht. Stattdessen hat er schon wieder den nächsten Streik angekündigt. Wer ist dieser Mann? 

So wohnt der GDL-Chef

Claus Weselskys WohnortIn der Straße haben sich Rechtsanwälte und Psychologen niederlassen - und mittendrin lebt Weselsky in einem schmucken Altbauhaus. Die Klingelschilder zeigen zehn Wohnparteien. "Fam. Weselsky" steht auf der untersten. Doch eigentlich müsste der Name ganz oben stehen, denn der Wohnbereich des 55-Jährigen unterscheidet sich grundlegend von anderen Wohnungen auf dem Grundstück, wie sich nach dem Eintreten in das Gebäude zeigt.

Hinter dem Eingang mit den zwei großen Säulen, führen kurz darauf ein paar Treppenstufen hinab zu einer zweiten großen Tür. Der Briefkasten mit der Aufschrift "Fa. Weselsky" verrät die Identität des berühmten Bewohners. Hinter der Tür öffnet sich ein Innenhof mit einem kleinen, rotverklinkerten Häuschen. Der geheime Rückzugsort des GDL-Chefs. Er lebt abgeschieden.

Weselsky ist seinen Anhängern schon längst nicht mehr nah

Auch den Lokführern ist Weselsky nicht so nah, wie er sich gibt. Zwar war er selbst Lokführer - aber das ist schon 22 Jahre her. Und er verdient heute mehr als das Doppelte dessen, wofür seine GDL-Mitglieder auf die Straße gehen.

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