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Mit Bill Gates machte Paul Allen einst Microsoft groß, bis eine Krankheit ihn zum Ausstieg zwang - so dachte man. Falsch, stellt Allen jetzt klar: In Wahrheit habe Gates ihn hinausgeekelt.

Es ist ein ereignisreicher Tag, dieser 12. April 1981. Paul Allen ist extra mit zwei Kollegen nach Florida geflogen: Am Kennedy Space Center sind sie live dabei, als der Space Shuttle "Columbia" erstmals ins All startet.

Dass daheim sein Kumpel und Geschäftspartner - ein ungelenker Typ namens Bill Gates - an einem wichtigen Projekt mit einer Firma namens IBM feilt, ist dem 28-Jährigen egal: Augenzeuge eines historischen Moments zu sein ist ihm wichtiger, als sein Leben der Arbeit unterzuordnen. Gates, 25, sieht das anders: Er tobt - undMicrosoft wirft Allen vor, sich nicht ausreichend für die gemeinsame Firma einzusetzen.

30 Jahre später ist diese Firma 215 Mrd. Dollar (151,6 Mrd. Euro) wert. Und der Streit um den Florida-Ausflug des Microsoft-Mitbegründers gewinnt an neuer Bedeutung: Am 19. April erscheint die Autobiografie des heute 58-Jährigen - und anhand von derlei Anekdoten enthüllt er, dass sein Verhältnis zu seinem Schulfreund Gates weniger harmonisch war als bislang gedacht. 1983, als Allen aus dem rasant wachsenden Softwareunternehmen aussteigt, begründet er dies mit dem bösartigen Tumor, der in seinem Lymphsystem entdeckt worden war.

Tatsächlich, räumt er jetzt ein, gab es aber auch anderen Gründe - und rechnet kräftig ab: Gates habe ihn bei der Vergabe der Firmenanteile immer wieder benachteiligen wollen, so der Vorwurf. Auch stammten viele der zündenden Ideen, die Microsoft groß machten, eigentlich von ihm.
Zum entscheidenden Bruch, erinnert sich Allen, sei es 1982 gekommen - kurz nach seiner Diagnose. Zufällig habe er mitbekommen, wie Gates mit dem heutigen Microsoft-Chef Steve Ballmer darüber diskutiert habe, wie man Allens Anteile an Microsoft schmälern könne.

Ballmer und weitere Anteilseigner sollten zusätzliche Aktienoptionen bekommen. "Das ist unglaublich!", brach es aus Allen heraus, als er in den Raum platzte, wo die beiden konspirierten: "Es zeigt euren wahren Charakter für immer und ewig." Die beiden hätten von ihren Plänen abgelassen und sich auch bei ihm entschuldigt. Zu spät.

Jahre danach - Allen ist längst einer der reichsten Männer der Welt - versöhnen sich die beiden zwar. Und als er vor zwei Jahren erneut an Krebs erkrankte, habe Gates zu den ganz regelmäßigen Besuchern gehört, "wie man sich das von einem Freund wünscht, fürsorglich und besorgt", erzählt Allen. 
Dennoch veröffentlicht er jetzt seine Version, die für Gates wenig schmeichelhaft ausfällt. Zumindest öffentlich will der diesen Fehdehandschuh aber nicht aufgreifen: Er schätze Allens "Freundschaft und die vielen Beiträge, die er in der Welt der Technologie und bei Microsoft geleistet hat", so Gates: Seine Erinnerung an viele der Ereignisse unterscheide sich jedoch von Allens.

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